Page - 152 - in Einleitung in die Theorie der Elliptischen Funktionen
Image of the Page - 152 -
Text of the Page - 152 -
152 I. Die Riemann’sche Fla¨che der Funktion y.
Punkte p′ am a¨usseren Rande vonD auf einer inT verlaufenden undA,B,
D nicht schneidenden LinieL gelangen. Durchschneidet man nunT la¨ngsA
undB, so treffendieseSchnitteLnicht, undmankanndaher la¨ngsD fortge-
hend, no¨thigenfalls an den Rand vonT′weiterschreitend∗) von einem Ufer
vonLzudemanderengelangen,d.h.L isteinegeschlossene inT′verlaufende
Linie, die fu¨r sich allein genommen keinen Theil vonT′ vollsta¨ndig begrenzt,
was, wie wir zeigten, nicht stattfinden kann. Es muss also jede geschlossene
LinieD in T fu¨r sich allein oder mitA undB zusammengenommen einen
Theil von T vollsta¨ndig begrenzen.
Fig. 39.
Hieraus folgt aber, dass wir auf unserer
Fla¨cheT nicht mehr als zwei geschlossene Li-
nien finden ko¨nnen, die fu¨r sich sowohl, als
zusammengenommen keinen Theil der Fla¨che
vollsta¨ndig begrenzen. Denn seienA′,B′,C′
irgend drei Linien, welche keinen Theil von
T weder fu¨r sich noch zusammengenommen
vollsta¨ndig begrenzen. Dann kann man von
dem Randpunkte p (Fig. 39) vonA′ zu dem
gegenu¨berliegenden p′ auf einer KurveL ge-
langen, welcheA inm schneiden mo¨ge, die
aber B′, C′ nicht trifft, was nach der Vor-
aussetzung, dassA′,B′,C′ keinen Theil von T vollsta¨ndig begrenzen, stets
mo¨glich ist. Durchschneidet man nunT la¨ngsA,B′,C′, la¨sst aber la¨ngsA′
den Zusammenhang bestehen, so kann die Fla¨che durch diesen Schnitt la¨ngs
A nicht zerfallen; denn die LinieL, welche bei p′p die KurveA′ u¨bersetzt,
fu¨hrt von einem Randpunktem zu dem gegenu¨berliegenden, ohne einen der
entstandenen Ra¨nder zu u¨berschreiten, da sieB′ undC nicht schneidet, da-
her werdenA,B′,C′ auch keinen Theil der Fla¨che vollsta¨ndig begrenzen.
Verfa¨hrt man nun auch so mit B und B′, so sieht man, dass auf Grund
der Voraussetzung auch A, B, C′ zusammengenommen keinen Theil der
Fla¨che vollsta¨ndig begrenzen ko¨nnen, was nicht angeht. Daher ko¨nnen aufT
nicht mehr als zwei geschlossene Linien existiren, welche weder einzeln noch
zusammen keinen Theil der Fla¨che vollsta¨ndig begrenzen. Mit jeder wei-
∗) Es ko¨nnte na¨mlich D von A in a geschnitten werden und hierdurch wu¨rde beim
Fig. 38.
Durchschnitte der Punkt a (Fig. 38) in die Punkte a′, a′′ auf entge-
gengesetzten Ufern von A getrennt werden. Da man aber la¨ngs des
Randes vonT ′, der eine einfache zusammenha¨ngende Linie ist, von a′′
ausgehend sicher nach a′ gelangen kann, so kann man auch von jedem
Punkte der LinieD aus diese durchlaufen, ohne den Rand von T ′ zu
u¨berschreiten.
Einleitung in die Theorie der Elliptischen Funktionen
- Title
- Einleitung in die Theorie der Elliptischen Funktionen
- Author
- Karl Bobek
- Publisher
- Druck und Verlag von B. G. Teubner
- Location
- Leipzig
- Date
- 1984
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 290
- Keywords
- Mathematik, Math, Ellipsen, Funktionen, Intervall, Integral
- Category
- Lehrbücher