Page - 253 - in Einleitung in die Theorie der Elliptischen Funktionen
Image of the Page - 253 -
Text of the Page - 253 -
253
ist, also im Ganzen die acht Kollineationen der zweiten Art, wenn man die
Identita¨t wegla¨sst.
9. Die Gleichung (1) S. 230 der Kurve dritter Ordnung ohne Doppelpunkt
entha¨lt neun willku¨rliche Konstanten. In den Gleichungen (15) S. 239 muss
die gleiche Anzahl auftreten, hier erscheinen sie aber in ausserwesentliche
(dem Koordinatensystem anhaftende) und wesentliche getrennt.
In erster Reihe treten die zwei Konstanten A1 : A2 : A3 und sieben
willku¨rliche Gro¨ssenαi, βi, γi, auf, da zwischen den letzteren die zwei Glei-
chungen (15a) stattfinden. Fu¨hrt man aber in (15)u+c stattu ein, so kann
man einer von den eben erwa¨hnten neun Konstanten einen beliebigen Wert
beilegen, ohne die Form der rationalen Gleichung der Kurve zu alteriren.
Wir haben also acht willku¨rliche Konstanten, welche auf die Gestalt der ra-
tionalen Gleichung der Kurve Einfluss haben, und mit Hilfe deren wir acht
Konstanten der letzteren willku¨rliche Werte (innerhalb gewisser Grenzen)
beilegen ko¨nnen. Diese acht Gro¨ssen haften dem jeweilig gewa¨hlten Koordi-
natensystem an, und a¨ndern sich mit der Wahl dieses. Die αi, βi, γi, sind
geradezudieWertedesParametersu+c fu¨rdieSchnittpunktederKurvemit
dem Fundamentaldreiecke und dieAi bestimmen den Einheitspunkt des Ko-
ordinatensystems. Geht man nun von einem Fundamentaldreiecke zu einem
anderen u¨ber, so hat man durch die lineare Transformation der Koordinaten
acht Konstanten zur Verfu¨gung, die also im Allgemeinen hinreichen, um den
obigen acht KonstantenAi, αi, βi, γi vorgegebene Werte zu ertheilen.
Als neunte wesentliche Konstante fu¨r die Kurve tritt die Gro¨sse Ω ′
Ω auf,
vonwelcherdieΘ1-Funktionalleinabha¨ngt,unddiedurchdie linearenTrans-
formationen derx1, x2, x3 ungea¨ndert bleibt.
Man kann daher denAi, αi, βi, γi die Werte geben, die sie in den Glei-
chungen (16) haben, und weiss dann, dass die Gleichungen (15) in diese
durch lineare Transformation der Koordinaten u¨bergehen. Das Fundamen-
taldreieck fu¨r die Gleichungen (16) ist ein Wendepunktsdreieck und da es
deren vier giebt, so kann man die Gleichungen einer Kurve 3. Ordnung ohne
Doppelpunkt auf vier verschiedene Arten auf die Form (16) bringen. Wie
man sich leicht u¨berzeugt, wird die Form der rationalen Gleichung stets (18)
sein. Da es aber nur ein vollsta¨ndig reelles Wendepunktsdreieck giebt (das
in (16) zu Grunde gelegt wurde), so kann man nur auf eine ganz bestimmte
Art die Gleichung einer reellen Kurve 3. Ordnung ohne Doppelpunkt durch
eine reelle Koordinatentransformation auf die Form (18) bringen, in welcher
dann c sowohl als das Koordinatendreieckx1 = 0, x2 = 0,x3 = 0 reell ist.
Die einzige auftretende Konstante c kann durch lineare Transformation
nicht beliebige Werte fu¨r eine gegebene Kurve annehmen, sie ist die einzige
Einleitung in die Theorie der Elliptischen Funktionen
- Title
- Einleitung in die Theorie der Elliptischen Funktionen
- Author
- Karl Bobek
- Publisher
- Druck und Verlag von B. G. Teubner
- Location
- Leipzig
- Date
- 1984
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 290
- Keywords
- Mathematik, Math, Ellipsen, Funktionen, Intervall, Integral
- Category
- Lehrbücher