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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
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154 Romane wirauchnicht immerdieBestensind,Ehrlosesindwirdochnicht.‘“–,wird als„Idealist“ (LDM58)belĂ€chelt,woraufhinersichempfiehlt.DieEinladung lehnt er ab, erwill sichnichtkaufen lassen: „Laichduldete esnicht, daß fĂŒr ihnbezahltwurde. ‚EsverpflichtetSiezunichts‘, sagte ihmdiesergewöhnliche Mensch insOhr.“ (LDM58)EineEhemitErika,derBĂŒrgerstochter,die spĂ€ter einen„reichenGeschĂ€ftsmann“(LDM192)heiratet,derganzdem„Typ[en] desneuenGeld-undHandelsmenschen“(LDM225)entspricht,kommtfĂŒr ihn nicht inFrage:„EineEhe?Nein
“(LDM59)„
Manwollte ihn ‚verloben‘, manwollte ihnzumEhemannmachen, vielleicht, umihnzubeherrschen.“ (LDM112)LaichgibtsichĂŒberdieEhekeinenIllusionenhin:„
DieMĂ€dchen ĂŒberzwanzigausgutenHĂ€usernprĂŒfendieHeiratsfĂ€higkeitderMĂ€nner.Die Liebespielt eineNebenrolle. [
]SiedenkenanEinrichtungundKleider,an GesellschaftundDienstboten.Liebe istNebensache
“(LDM108ff.) Neben der bĂŒrgerlichen Institution derVersorgungsehewerden der von SimmelkonstatierteWarencharaktervonMenschensowiedie zunehmende VersachlichungzwischenmenschlicherBeziehungeninderGroßstadtanhand derProstitutionunverstelltdeutlich:„DasCafĂ© ‚zumStern‘wardieBörseder kĂ€uflichenLiebe.“Hierbesahen„MĂ€nner[
]Dirnen[
]mitabschĂ€tzendem Blicke,wiedieKĂ€uferaufdenViehmĂ€rktendasRind,dassiekauften“(LDM 162ff.). Sie [dieProstituierte,Anm.v.m.]war fĂŒralleda, eineEinrichtungderZivilisation,von Menschengemacht–diees imTierreichnichtgab.Siegehörte fortanzumöffentlichen Leben–manbediente sich ihrer, siewar da,wie dieTelegraphendrĂ€hte dawaren, die Straßenbahnschienen,dieöffentlichenBedĂŒrfnisanstalten.Mangingzuihr–eswarein GeschĂ€ft, beiwelchemKörperundSeele ingleichemMaßegeschĂ€ndetwurden. (LDM 161) ImFalleLaichsverkehrt sichdasWesenderProstitution,dieKĂ€uflichkeiteines Menschen, inabsurderWeise.Dasmittlerweile indieProstitutionabgerutschte DienstmĂ€dchenJustine,demerinkrankhafterLiebeverfallenist,willer ‚retten‘: „[
]washabenSieaussichgemacht?NochistesZeit,kommenSiemitmir,wie Sie sind[
].“ (LDM204), „[
]wennSieeinmal
Geldhaben“, setzt Justine dementgegen,„
dannkommenSienachts indieGasse,dannkannichsie heraufnehmen,wieeinenanderen.“ (LDM205)UndsospartLaich.„Niemand konntesosparenwieer.OftaßernureinmaldesTages;ergabunendlichwenig Geld fĂŒr sich aus. [
]Er tat es fĂŒr einZiel.“ (LDM229)Erwill nicht den KörperderFrau ‚besitzen‘–„Ichwill ihnennichtsanderes seinalseinBruder, jaein treuerBruder,dersie liebhat, ichwill sogut, sogutzu ihnensein
‘“ (LDM204)–, sondern„ineinesgewissenJemandNĂ€he[
]kommen“(LDM 229). http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Title
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Subtitle
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Author
Elisabth H. Debazi
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Size
15.8 x 23.4 cm
Pages
306
Keywords
L
Category
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand