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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
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MarthaundAntonia(1934) 189 AuchharteArbeit, gibtHügelzubedenken, reichtoftnichtzumLeben:„eine großeAnzahlvonArbeiterinnenimSinnederer,diedaausrufen,arbeitet, so braucht ihr keineLustmädchenzuwerden, arbeitet tatsächlichvomfrühen Morgenbis indiespäteNachthineinmitAufopferungihrerGesundheit“, ist aber trotzdemnicht inderLage, „soviel zu verdienen, um ihrewichtigsten Bedürfnissebefriedigenzukönnen“.638FeldmannselbstzeigtdiesesPhänomen auchineinemArtikelfürdenAbendauf,wosievonderEntstehungeinesTypus berichtet:der„FraumitBeruf,diesich infolgegeringerBezahlungverkaufen muß“.639Darunter fänden sichWarenhausmädchen,Angestellte, aber auch BeamtinnenundjungeArbeiterinnen. InderAntwortAntoniasaufdieFrage ihrerSchwester,obesmitihrerArbeitkeineAufstiegsmöglichkeitengebe,klingt dieAussichtslosigkeitaufausreichendesGehaltdurchnormaleArbeitebenfalls an:„Nein,wassoll ich tun, ineinPrivathausgehen,da treffe icheswomöglich nochschlechter.Dienstbotesein…“(MUA81) Antonia,die imLaufederZeitdurchdiekörperlicheAnstrengunganTu- berkuloseerkrankt, stehtumhalbfünfauf,umzuihrerArbeitzugehenund kommt spät abends völlig erschöpftnachHause, wo sie sich ihre „vonder Laugezerfressen[en]Finger“miteinerSalbebestreichtund„augenblicklich ein[schläft]“(MUA28).Dasssie trotzdemvielwenigerzumLebensunterhalt beitragenkannalsMartha, erwecktdieMissgunstgegenüberderSchwester, die„leichtesGeld“(MUA51)verdient.MitdiesemGeldhat sieabernichtnur denkleinenBruderGustavvordemHungerbewahrt–alsMarthavonihrem erstenverdientenGeldEssennachHausebringt, schläfternoch„währenddes EssensvorSchwächeein“(MUA36)–, sondernauchihrerFamiliezahlreiche ErleichterungenundAnnehmlichkeitenermöglichenkönnen.DasAusmaß ihresBeitrags,aberauchderOpportunismusAntonias,wirddeutlich,als sie sichaufDrängenderSchwesterausderProstitutionzurückzieht: Duselberhattest jadiegescheiteIdeegehabt,daßichinStellunggehe,eswäredeingröß- tesGlück,sagtestdumitverdrehtenAugen.Jetzt,wonehmenwirdasGeldfürallesher?“ (MUA128) […]soverbittertaufeinmalundallenurdeshalb,weil ichetwasanderesanfange–wobei manvielweniger verdient?Ziffern, Zahlen– alles, wasHerz, alles, was Seele heißt, in lebendigeZahlen, inGeldumgewandelt.SosinddieMenschen,ohneAusnahme,nichts zumachen. (MUA117) 638 FranzS.Hügel:Geschichte, StatistikundRegelungderProstitution. Sozial-medicinische Studien in ihrerpraktischenBehandlungundAnwendungaufWienundandereGroßstädte (1865).Zit.nach:BernhardA.Bauer:WiebistduWeib?O.  a.: S.  S.515. 639 ElseFeldmann:BildervomJugendgericht.DerersteStaatsanwaltandieGeschworenen. In: DANr.:50.04.03.1918.S.  4. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Title
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Subtitle
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Author
Elisabth H. Debazi
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Size
15.8 x 23.4 cm
Pages
306
Keywords
L
Category
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand