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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
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MarthaundAntonia(1934) 193 zukönnen.658 In seiner Studie ĂŒber dieProstitution inWien (1925) spricht Montanevonverschiedenen„Typen“vonProstituierten,die sichdurchderen Lebensstil, „mitwenigenModifikationen“,zwangslĂ€ufigausbildeten.Sichtbar werdedasnichtnuranCharaktereigenschaften, sondernauchamĂ€ußerenEr- scheinungsbild,wiedemder„dicke[n]“undder„magere[n]Dirne“sowiedem fĂŒrbeide typischen„unstete[n], stechendenBlick“unddem„schleppende[n] Gang“.659 Diese Charakteristika finden sich auch bei Feldmann, woGestaltenwie die „dicke Flora“ (LDM90) aus Leib derMutter, Rosalie, die denTyp der dĂŒrren,knochigen„DirneminderenRanges“ (MUA47)verkörpert, „Lorchen, das ‚MĂ€rchenkind‘“, ein„kleinesverkrĂŒppelte[s]GeschöpfmitHöcker, [
] rosagefĂ€rbtenWangenundgoldblonde[m]Löckchenhaar“ (MUA48), sowie Bettymit ihren„stechenden,engzusammenstehenden,dunkelbraunenAugen“ (MUA351)beschriebenwerden. AuchMarthahatAngst, dassman ihr das Leben als Prostituierte ander Physiognomieansehenkönnte: IchmußSpurenvonallemimGesichthaben–Diebesspurenundanderes.Obmandas einemimmer,seinLebenlangansieht,daßmanalsKindfasttĂ€glichgestohlenhat?(MUA 261) InsolchenMinutendurchforstete ichstrengemeinGesicht imSpiegel.Wotrug ichdas Brandmal? InmeinenAugen?AnderHautmeinerStirn?(MUA208) IhreBefĂŒrchtungenbestĂ€tigensichabernicht: „Nichtszusehen.“Vielmehrha- bensichihremGesichtandereSpureneingeschrieben:„MeineStirnistgefurcht, meineWangenhabeninderNĂ€hederMundwinkelzweiFalteneingegraben. DiehatteichschonalsKind,inderSchule;[
].“(MUA208)DemSchulinspek- torwirdsievonderLehrerinmitdenWortenvorgestellt: „‚Das ist einemeiner SchwĂ€cheren[
].DiesesKindhatschonmitzehnJahrenzweideutlicheFalten imGesicht,wie sie sonst erstMenschenmit vierzig bekommen.‘ [
]Aber sonst istnichtszuseheninmeinemGesicht,kein ‚ordinĂ€rerZug‘,denichso fĂŒrchtete.“ (MUA208) FeldmannstelltMarthaalsonichtalsvomLebenalsProstituierte, sondern vielmehrdurch ihresozialeHerkunftgezeichnetdar.Anderesgilt fĂŒrMarthas KolleginBetty,diealsendgĂŒltigVerworfenebeschriebenwird: 658 vgl.: Cesare, Lombroso:DasWeib alsVerbrecherinundProstituierte.Anthropologische Studien, gegrĂŒndet auf e.Darstellungd. Biologie u. Psychol.d. normalenWeibesmitG. Ferrero.Hamburg.Verlagsanst.u.Dr.A.-G.1894. 659 H.Montane(=FranzHöftberger):DieProstitutioninWien.IhreGeschichteundEntwicklung vondenAnfĂ€ngenbiszurGegenwart.Hamburg,Leipzigu.  a.VerlagPaulaRasch1925.S.  8f. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Title
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Subtitle
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Author
Elisabth H. Debazi
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Size
15.8 x 23.4 cm
Pages
306
Keywords
L
Category
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand