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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
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198 Romane In ihremBeruf, soAdler stehtdieProstituierte„fernderweiblichenRolle [Her- vorh.v.A.  A.], istbloßVerkäuferundbleibt frigid“.667DieserZustandändert sichallerdings,„wennsieeinLiebesverhältniseingeht“.668ErstinderBeziehung mitWladimirerlebtMartha„dasWunder. Ichhabeallesvergessen,binzum erstenmaleineFrau,diebeimGeliebten liegt.“ (MUA308ff.) PositiveEigenschaften DenProstituiertenwerdennichtnurnegativeCharaktereigenschaftenunter- stellt. InseinerStudieverweistBauerauchaufpositiveEigenschaften,wieden stark ausgeprägtenFamiliensinn sowie die Solidarität, er spricht dabei von derHerausbildung eines „gewissenKastengeistes“669 derProstituierten. Im FalleeinerKrankheit,wiebeiderdickenFlora, stehensichdieProstituierten gegenseitigbei (vgl.:LDM82)undauch imAlterzeigensie sichuntereinander solidarisch.Deralten ‚Baronin‘,dieAnekdotenaus ihremLebenerzählt,gibt jedesderMädcheneinpaarMünzen„füreinbißchenwarmesFrühstücknach derkaltenNacht“ (MUA279). AusgeprägterFamiliensinn istbeiMarthaschonanihrenMotivenfürdie Prostitutionablesbar.Sie tutesnichtausFaulheitoderArbeitsscheu,Putzsucht o.  ä., sondern„damitdie schwache,magereAntonianichtamMorgensofrüh- zeitig,wennbeinahenochNacht ist, aufstehenunddenweitenWeginsSpital zuFußgehenmußte“(MUA288)undumdamitGeldfürdieOperationdes Vaterszuverdienen:„EsgibtnureinGlückfürmich,das istklarwiedieSonne: gut zu sein, Liebe zugeben. Es ist, alswäremeinHerz inKastengeteilt. In jedemKasteneingroßesStückLiebe, für jedesMitgliedderFamilie.“ (MUA 50ff.) DemkrankenVaterfinanziertsieKrankenhausaufenthaltundMedikamente, demBruderGustavermöglichtsieeinStudium,fürdenzweiten,aufkriminelle AbwegegeratenenBruderLudwigbezahlt sie Schuldenund ihre Schwester Antoniaunterstützt sienichtnurmitdemGeld,mitdemsiedasHaushaltsein- kommenerheblichaufbessert–„VonAntoniasVerdienstwäredasSümmchen nichtzustandegekommen.“(MUA64)–, sondernauch,als sichherausstellt, dasssichderVaterdesunehelichenKindesAntoniasseinerVerantwortungent- zieht:„Ichsagte,duwirstnichtganzverlassensein, ichbinda. […]wennetwas zuzahlenseinwird,werde icheszahlen…“(MUA137)Marthaunterstützt sieauchdannnoch,alsAntonia inMeranscheinbar ihrGlückgemachtund indemjungenZahntechnikerErwin,der ihrKindakzeptiert, eineneueLiebe gefundenhat.AlsdiebeideninfinanzielleBedrängnisgeraten,verspricht sie: 667 Ebd.:S.  140. 668 Ebd.:S.  236. 669 BernhardA.Bauer:WiebistduWeib?O.  a.: S.  530. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Title
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Subtitle
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Author
Elisabth H. Debazi
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Size
15.8 x 23.4 cm
Pages
306
Keywords
L
Category
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand