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Nikolaus II. Esterházy und die Kunst - Biografie eines manischen Sammlers
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GESTALTEN WIE EIN KÖNIG164 114 Bericht von Franz Engel, 1. Juni 1810, in : EPA, DD 1810/4388. Das lange Zögern des Fürsten Nikolaus, seinen Garten für fürstliche Beamte und Eisenstädter zu öffnen, unterstreicht diese Einschätzung (vgl. Hárich 2001, S.  21, 30f.). 115 Vgl. Franz Karl 1819, S.  19. 116 Vgl. EPA, CD 1804/543, 30. Januar 1804 ; DD 1803/5317. Pflanzen für die Gartenkunst und der allgemeinen Aufbruchszeit in Wissenschaft und Forschung angesteckt worden sein. Damit greift es zu kurz, wenn der Bau- direktor von Eisenstadt, Franz Engel, 1810 implizierte, dass die Umgestaltungen der Kulturlandschaft »[e]igentlich blos zum Vergnügen Sr. Hochfürstlichen Durch- laucht«114 gewesen seien. Denn sie waren mehr als bloße romantisch-feudale Ge- staltungsfreude eines »Stehengebliebenen«. Die Initiativen Nikolaus’ drückten die zeitgenössischen Fortschrittshoffnungen aus und nahmen Innovationen in Wis- senschaft und Technik auf, wenngleich überkommene ständische Traditionen und Privilegien, wie die Festkultur und die Jagd, weiterhin gepflegt wurden und in- nerhalb der Gartenanlagen in Form von Klein- und Lustbauten architektonischen Ausdruck fanden. 3.4 Kleinbauten und Gärten als Mittel der Verschönerung Die Jagdgebiete und Tiergärten, die seit Mitte des 18. Jahrhunderts um Eisenstadt herum entstanden, waren wichtige gestalterische und funktionale Grundlagen der landschaftlichen Gesamtidee für die Region um die Residenz, die neben dem Schlossgarten auch am frühesten verändert wurden : Schon ab 1795 wurde der große Eisenstädter Tiergarten partiell nach den Grundsätzen des Landschafts- gartens umgestaltet. Ruheplätze und stille Gartenbauten, wie ein Rohrhaus im St. Margarethener Fasangarten115, schufen Aus- und Ansichten. Planung blieb ein neuer Fasangarten bei Antau, in dem die Ideen des Landschaftsgartens auf ein Jagdgebiet übertragen werden sollten. Die bestehenden jagdlichen Anlagen waren durch Wege und Alleen verbunden und bildeten Garteninseln innerhalb der Kulturlandschaft mit ihren Schlossgärten, wie die fast fünfzig Kilometer lange Allee vom Kittseer Fasangarten bei Pressburg nach Eszterház belegt116. Überall »Faccade über die Abänderung des Jäger Hauses am Föllich«, Gouache von Mathias Stam, nach einem Entwurf von Charles Moreau (1760–1840), um 1808. Ungarisches Nationalarchiv, Budapest, Familienarchiv Esterházy, Plansammlung.
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Nikolaus II. Esterházy und die Kunst Biografie eines manischen Sammlers
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Nikolaus II. Esterházy und die Kunst
Subtitle
Biografie eines manischen Sammlers
Author
Stefan Körner
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 2.0
ISBN
978-3-205-78922-2
Size
23.0 x 28.0 cm
Pages
404
Category
Kunst und Kultur
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