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Tagebuch 1938/1
Seine Stelle als Direktor des Kunsthistorischen Museums hatte er sowohl wegen seines
Eintretens für moderne Kunst als auch als Exponent des Dollfuß-Schuschnigg-Regimes
1938 aufgeben müssen.
92 Ernst Kris, Die Charakterköpfe des Franz Xaver Messerschmidt, Versuch einer histori-
schen und psychologischen Deutung, in Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in
Wien, Bd. 6, Wien 1932, 169–228.
Ernst Kris, Ein geisteskranker Bildhauer (die Charakterköpfe des Franz Xaver Messer-
schmidt), in Imago, Zeitschrift für psychoanalytische Psychologie, ihre Grenzgebiete und
Anwendungen, Bd. 19, Wien 1933, 384–411.
Vermutlich handelte es sich um eine Zeichnung aus dem Kupferstichkabinett der Akade-
mie der bildenden Künste, Wien.
93 Der Schweizer Heinrich Daniel Albert Bodmer war von 1922–1932 Direktor des Kunst-
historischen Instituts in Florenz gewesen. Zu Giglioli sieht TB 1938/1, 1.4.
Georg Merkel verblieb während der NS-Zeit in Südfrankreich und kehrte 1972 nach Ös-
terreich zurück.
94 Der einzige offizielle Staatsbesuch Hitlers in Italien dauerte vom 3.–9.5.1938.
„Junge Frau d. Londoner Gronau“
– Carmen Gronau, die Ehefrau von Hans-Dietrich Gro-
nau.
Bernard Berenson („Bibi“, „B. B.“) war einer der angesehensten Kunstkenner seiner Zeit.
Seit den 1890er-Jahren war er mit seiner Ehefrau Mary (1864–1944), die sich an seinen
Forschungen beteiligt hatte, in Florenz ansässig. „Die wissenschaftliche Leistung der Be-
rensons und ihrer Mitarbeiter wiegt immer noch schwer. Die Villa I Tatti bei Florenz, die
Mary und Bernard Berenson seit ihrer Hochzeit im Jahr 1900 bewohnten und 1905 kauf-
ten, wurde nämlich zu einem privaten Institut, in dem aus gelegentlichen und ständigen
Mitarbeitern kenntnisreiche Experten wurden. Hier genossen zahlreiche Kunstfreunde und
Kunsthistoriker, insbesondere auch Studierende der Kunstgeschichte, die Gastfreundschaft
der Hausherrn.“ (Dilly 1990, 87.)
In der Villa I Tatti, die Berenson mit seiner Bibliothek der Harvard-Universität vermachte,
befindet sich heute das Harvard University Center for Italien Renaissance Studies.
Bei der von ETC erwähnten „Signorina Mariano“ handelte es sich um Berensons Biblio-
thekarin, Sekretärin und Geliebte Elisabetta Mariano (Bernard Berenson, Dictionary of
Art Historians).
Berenson, der bereits in jungen Jahren für den Kunsthandel arbeitete, war langjähriger Mit-
arbeiter des Kunsthändlers Joseph Duveens. „Kein bedeutendes Gemälde hat in den ersten
Jahrzehnten dieses Jahrhunderts Italien in Richtung Amerika verlassen, ohne daß es nicht
zuvor von B. B. begutachtet worden wäre.“ (Dilly 1990, 82.)
Tatsächlich kann ETCs und HTs Katalog venezianischer Handzeichnungen als die nörd-
liche Entsprechung zu Berensons Katalog „The Drawings oft he Florentine Painters“ aus
dem Jahr 1905 angesehen werden. Die Voraussetzungen, die die Erforscher des veneziani-
schen Materials vorfanden, wichen jedoch grundlegend von jenen für den florentinischen
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Erica Tietze-Conrat
Tagebücher, Volume II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Entnommena aus FWF-E-Book-Library
- Title
- Erica Tietze-Conrat
- Subtitle
- Tagebücher
- Volume
- II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
- Editor
- Alexandra Caruso
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79545-2
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 346
- Category
- Biographien