Page - 179 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
Der katastrophalste, historisch bekannteWaldbrand ereignete sich imOk-
tober 1705 im Inntal beiVomp.DurcheinLagerfeuer vonHirten entstand ein
intensiverGlimmbrand imHochgebirge, der nach achtTagen aufflammteund
sichdurchdieTrockenheitunddenherrschendenFöhnsturmraschausbreitete.
Die Flammen zerstörten u. a. das Kloster Georgenberg, weiteten sich bis
Achenkirch und fast bis zur Staatsgrenze aus. Vermutlich waren rund 3 000
Hektar (30km2)Waldund alpinesGelände vondiesemAusnahmeereignis be-
troffen. DerWaldbrand konnte erst nachWochen gelöschtwerden (Grabherr,
1950).EinweiterermassiverWaldbrandereignetesichimJuli1841beiTamsweg
inSalzburg.DabeiwurdederOrtRamingstein fast vollständig vernichtet.Das
Feuerbranntemindestens eineWoche, etwa750HektarWald fielendenFlam-
men zumOpfer. Das dritte auĂźerordentliche Extremereignis istmitMai 1888
datiert. InderGemeinde Stans inTirol entstand ausunbekannterUrsache ein
großflächigerWaldbrand,der rund700HektarWaldgeschädigthabensoll.
Darüber hinaus sindmehrere Brände von rund 100Hektar Größe aus der
Mitte des 20. Jahrhunderts hinsichtlich ihrer Folgen als »extrem« einzustufen,
da sie zu einer völligenVerkahlunggeführt haben, ohneRegenerationder be-
troffenenKrummholzvegetation(z.B.aufderArnspitzebeiScharnitz1946oder
amBettelwurf imHalltal 1946) (Sass et al., 2012; Sass, 2019).
8.1.4.4 Extremereignisseder letzten25 Jahre inĂ–sterreich
EinigeWaldbrände der jüngeren Vergangenheit können als Extremereignisse
klassifiziert werden. Nachfolgend eine Zusammenstellung der markantesten
Brände.
Stagor,Kärnten, 2002
Am2.Februar fängteineBerghütte imsteilenGeländeFeuer.DurchFöhnwinde
sowie die seit Wochen ungewöhnliche Trockenheit und hohe Temperaturen,
greifen die Flammen rasch auf den angrenzendenHochwald und eineWind-
wurfflächeüber. BrennendeBaumwurzeln rollen talwärts und führen zu einer
weiterenAusbreitung.MehrereHelikopter und rund 300 Feuerwehrleute sind
fastzweiWochenimEinsatz,bisdie letztenGlutnestergelöschtsind. Insgesamt
geraten74HektarWaldboden inBrand.
Ebensee,Oberösterreich, 2006
Am19. Juli entfachtdieZigaretteeinesFreizeitsportlerseineLatschenfläche im
alpinen Gelände. Zunächst handelt es sich nur um einen kleinflächigen
Schwelbrand,durchWindundTrockenheitweitensichdieGlutnesterjedochaus
undentzündendiedürrenLegföhren.SelbsteinGroßaufgebotderFeuerwehren
CharakteristikavonWaldbränden inÖsterreich 179
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
- Title
- ExtremA 2019
- Subtitle
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
- Authors
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Editor
- Katrin Sattler
- Publisher
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 778
- Category
- Geographie, Land und Leute