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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
WasserverbändeumsodieEinleitung inFlüssemit ausreichenderWasserfüh-
rungzuverlegen.
SommerniederwässerbetreffenstärkerdasFlachlandalsdenalpinenBereich
dahierdie saisonalenNiederschlagsdefizite amgrößten sindund sichdieAb-
flussdefizite in denUnterläufen der Flüsse kumulieren. Für dieNiederwasser-
bewirtschaftungwerdenSpeicherseengenutztdie typischerweise indenOber-
läufen situiert sind und so auch den alpinen Bereich betreffen. Immer öfter
kommenkombinierteBewirtschaftungsregeln zumEinsatzdie fürdenRisiko-
abgleichzwischenHoch-undNiederwasseroptimiertsind.DieserAusgleichist
oft schwierig da der Schutz vor Hoch- undNiederwassergefahren diametrale
Bewirtschaftungsziele darstellen. Ein weiterer typischer Aufgabenbereich des
NiederwassermanagementsbetrifftdieSchifffahrtdie inNiederwasserperioden
mit Einbußendurch reduzierteLademengenkonfrontiert ist (Kramsall, 2018).
In extremen Jahren kann die Schifffahrt inmanchen Abschnitten völlig zum
Erliegenkommen.DasNiederwassermanagement sieht hier in erster Linie ge-
wässerbaulicheMaßnahmen zur Verbesserung der Schiffbarkeit vor.Wasser-
entnahmen entlang der Gewässerläufe können die Situation zusätzlich ver-
schärfen.Lanenetal. (2016)berichtetbeispielsweise imHitzesommer2015von
einemRekordanWasserüberleitungenvomDonau- insMaingebietdas indie-
sem Jahr von einem besonders strengen Niederwasserereignis betroffen war.
WasserentnahmenundRestwassermengen an internationalenGewässernwer-
den in internationalen Gewässerkommissionen verhandelt und in Staatsver-
trägengeregelt.
Für die Beurteilung der aktuellen Gefahrenlage während Dürreereignissen
werden imverstärkenMaßeDroughtMonitoringSystemeeingerichtet. Einbe-
kanntesBeispielbildetderUSDroughtMonitor (Svobodaetal., 2002).Hierbei
istzuberücksichtigen,dassdieWassernutzungenverschiedenerSektoreninder
Regel nicht unmittelbar vom Niederschlag, sondern von den in Böden,
Grundwasser, Fließgewässer und SeenvorhandenenWasserressourcen abhän-
gen(Lanenet al., 2016).MeteorologischeDürreindizeswiederStandardisierte
Niederschlagsindex (SPI) oder der um die Verdunstung erweiterte Nieder-
schlagsindex (SPEI) können daher nur ein grobes Bild über die sektoralen
Auswirkungengeben (Laaha et al., 2017). Eine genauereEinschätzungder ak-
tuellen Situationwürde einmultidimensionalesMonitoringderKomponenten
des Wasserkreislaufs erfordern welches Bodenfeuchte, Grundwasserstände,
Niederwasserabflüsse undSeenstände einbezieht.Dieses ist inÖsterreichder-
zeitnicht realisiert,könnteaberaufbestehendeMonitoringsystemevonZAMG
und hydrographischen Diensten aufbauen und diese vereinheitlichen. Wenn
möglich sollten Impaktindikatorenmiteinbezogenwerdenumdie tatsächliche
Belastung der Systeme abzubilden (Bachmair et al., 2016). Hierbei liefert die
ErfassungvonDürrefolgenwie sie imRahmendesEuropäischenDrought Im-
Niederwasser222
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Title
- ExtremA 2019
- Subtitle
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Authors
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Editor
- Katrin Sattler
- Publisher
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 778
- Category
- Geographie, Land und Leute