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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 10.2 AktuelleGefahrensituationund ihreVeränderungen Hochwasser imAlpinenRaumkönneneinerseits durchkleinräumigeGewitter ausgelöst werden, die besonders in kleinen Einzugsgebieten zu Extremereig- nissen führen. Oft sind damit auchHangrutschungen undMuren verbunden, wie imJuli2012 inSt.LorenzenimPaltental (BezirkLiezen)(Hübletal., 2013). DasgrößtebekannteNiederschlagsereignisdieserArt inÖsterreichtrat imJuli 1913inderNähevonGrazauf.DabeifieleninnerhalbwenigerStundenmehrals 600mmNiederschlag, eineMenge, die sonst nur aus den Tropen bekannt ist (SivapalanundBlöschl, 1998). Andererseits könnenHochwässer durch großräumige Extremniederschläge ausgelöstwerden,wiediesbeimHochwasserimAugust2005derFallwar.Dieses EreigniswurdedurcheinTiefdruckgebiet ausdemGolf vonGenuaverursacht. In Reutte in Tirol wurdenmehr als 200mmNiederschlag in zwei Tagen ge- messen(Godinaetal.,2006).EntscheidendfürsolcheHochwässer istabernicht nur dieNiederschlagsmenge, sondern auchder Feuchtezustandder Böden im Gebiet.ErbestimmtdenAnteildesNiederschlags,dernichtversickernkannund deshalb zum Hochwasser beiträgt. Dieser Anteil (der Abflussbeiwert) kann zwischen 10% und 60% liegen und damit entscheiden, ob ein Hochwasser wirklichgefährlichwirdodernicht (Merzetal., 2006).DiegroßeBodenfeuchte war beispielsweise einer derGründe,warumdasHochwasser im Juni 2013 so extremausfiel (Blöschl et al., 2013). EineSchneedecke imGebiet kanndieBo- denfeuchtezusätzlicherhöhenunddamitdasHochwasservergrößern,während eineniedrigeSchneefallgrenzedasHochwasser reduzierenkann(Blöschl et al., 2013). InÖsterreich ist die hydroklimatologische Situation einwichtiger Einfluss- faktorderHochwasserentstehung(Blöschletal.,2017a).InTirolundVorarlberg kommtes insbesondere imHochsommer zuÜberschwemmungen.Dies hängt mit der Saisonalität der Niederschläge, der jahreszeitlichen Verteilung der flüssigen Niederschläge (in großen Höhen) und dem im Sommer erhöhten Abfluss durch die Schneeschmelze zusammen. In den nördlichen Voralpen führen neben einigenHochwasserereignissenwährend der Schneeschmelzpe- riode imWinter undFrühjahr lang anhaltende großflächigeNiederschläge im Sommer zu maximalen Abflüssen. In den höher gelegenen Gebieten des MühlviertelsundimInnviertel tretenHochwasserhauptsächlich imSpätwinter aufundzeichnensichdurchhoheVorbefeuchtungdurchSchneeschmelzeoder Regen-auf-Schnee-Ereignisse aus. Im Süden Kärntens und in derWeststeier- mark werden Hochwasser im Frühsommer durch Schneeschmelze oder Nie- derschlägeaufabflussbereiteBödenausgelöst,undHochwasserimHerbstdurch Niederschläge, die ihrenUrsprung imMittelmeerraumhaben. Diese Prozesse AktuelleGefahrensituationund ihreVeränderungen 231 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Title
ExtremA 2019
Subtitle
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Authors
Thomas Glade
Martin Mergili
Editor
Katrin Sattler
Publisher
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Date
2020
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
778
Category
Geographie, Land und Leute
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ExtremA 2019