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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
ist, dass die Landnutzungsänderungen die Hochwasserabflüsse des Inns nur
geringfügig beeinflussen. Bei einemHQ100beträgt dieReduktion4,4%. Insge-
samt ist die Wirkung also sehr klein. Eine realistischere Aufforstung von
10.000hawürdedieWirkungaufweniger als 0,5%reduzieren.
10.4 MöglichkeitendesHochwasserrisikomanagements
Der Umgang mit Hochwässern erfuhr in den letzten Jahren eineWeiterent-
wicklungvoneinerBetrachtungeinzelnerSchutzbauwerkeaufeinegedankliche
Fassung als Kreislauf des Hochwasserrisikomanagements (Abbildung05;
Blöschl et al., 2015).Zudessen Instrumentenzählen:
– Hochwasservorsorge (Gefahrenzonenplanung, überregionales Zusammen-
wirkenvonHochwässern,Restrisiko)
– Hochwasserschutz (Flächenrückhalt, lineareSchutzmaßnahmen, v. a.Hoch-
wasserschutzdämme,Hochwasserretention)
– Bewusstseinsbildung(Bürgerbeteiligung,ÖffentlichkeitsarbeitundBildung)
– Vorbereitung (Hochwasserwarnung,Katastrophenschutzpläne)
– Nachsorge (BeurteilungvonHochwasserschäden,Ereignisdokumentation)
ZumBeispiel schließtdieGefahrenzonenplanungein,Hochwasserrisikogebiete
als Bauland in der Raumplanung zu vermeiden. Die Schaffung von Retenti-
onsräumenfürdenWasserrückhalt (Hochwasserretention) istausderSichtdes
Hochwasserrisikomanagements immer zu begrüßen, da dies einen positiven
EinflussauchaufdieUnterliegerhat.FürkleineFlüsse, andenendierelevanten
Hochwässermeist kurz sind, sindRetentionsbecken inderRegel eineguteLö-
sung. Für großeFlüsse, andenendieHochwässer längerdauern, ist dasHoch-
wasservolumengroß.DementsprechendistderFlächenbedarfsehrgroß,dadas
AusmaßderAbflussreduktiondurchdasVerhältnis vonRückhaltevolumenzu
Hochwasservolumen bestimmtwird. In besiedeltenGebieten ist es schwierig,
genügend Flächen für einen effektivenHochwasserschutz von Flüssenwie die
Donau bereitzustellen. Die Hauptproblematik ist dabei, dass die lokalen An-
rainerEinschränkungen inKaufnehmenmüssen,währendUnterlieger vonder
Maßnahmeprofitieren.Der technischeHochwasserschutzdurchSchutzdämme
oder mobile Systeme bleibt daher das Rückgrat der Maßnahmen an großen
Flüssen,wobeizumAusgleichdesVerlustesderRückhaltewirkungdesVorlands
Rückhaltemaßnahmenvorgesehenwerden.
Zunehmend ist auch zu berücksichtigen, dass Extremhochwässer auftreten
können,diedeutlichgrößersindalsallebisherbeobachtetenEreignissebzw.die
Bemessungsereignisse. Man spricht dabei vom Restrisiko. Es gilt also, die
Konsequenzen eines derartigen Ereignisses zu untersuchen. In diesemÜber-
Hochwasser240
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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book ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Title
- ExtremA 2019
- Subtitle
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Authors
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Editor
- Katrin Sattler
- Publisher
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 778
- Category
- Geographie, Land und Leute