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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
aus seinemBachbett in gefahrdrohendemAusmaße entnimmt« definiert. Be-
treffenddes Feststofftransports undderAuswirkung auf dieĂśberflutungund
SchadwirkungwirdaufdenBeitrag12zufluviatileFeststoffereignisseverwiesen.
EinteilungundAusweisungvonWildbächenundWildbacheinzugsgebieten er-
folgt auf Landesebene. Der Landeshauptmann hat diese auf Vorschlag der
Wildbachsektion des Bundeslandes (Dienststelle gemäß §102 Abs. 1 lit. a)
durch Verordnung festzulegen (siehe z.B. LGBl. Nr. 125/2009 – Oö. Einzugs-
gebieteverordnung (RIS, 2019b))oder analogeRechtsvorschriften indenĂĽbri-
genBundesländern.
InvielenFällensinddieEreignisseundÜberflutungen jedochMischformen
und damit nicht streng als pluvialer oder fluvialer Ereignistyp zuordenbar.
Oftmals sindnicht nurbreitflächigÜberflutungengegeben, sondernes erfolgt
zudemeineAbflusskonzentration inGräben,MuldenundSenkenoderauch in
kleinerenodergrößerenBächen.
11.1.2 RelevanzundHistorischeEntwicklung
11.1.2.1 Relevanzpluvialer/fluvialerĂśberflutungen
Eine entsprechende Relevanz, bezogen auf die Schadwirkung ist sowohl bei
fluvialen Sturzfluten (Wildbachereignisse) als auch pluvialen Sturzfluten
(Hangwässer) gegeben. In BMLFUW (2012b) sind Schäden durchWildbäche
(Objektschäden inkl. Aufräumkosten im Zeitraum 1972–2004)mit insgesamt
E965Mio angegeben. ImVergleich dazu betrugen die Kosten der Hochwas-
serkatastrophen2002und2005 jeweilsE2,9Mrdbzw.E592Mio.
IneinerAuswertungvonVersicherungsdatenausderSchweizzeigenBernet
etal. (2017),dassmehrals40%derSchadensmeldungenundmehrals20%der
reklamiertenHochwasserschädeninderSchweiz(imZeitraumderletzten10bis
33 Jahre) aufÜberflutungen durch Oberflächenabfluss zurückzuführen sind,
d.h. nichtmit fluvialen Ereignissen inVerbindung stehen. AuchErfahrungen
aus der deutschen Versicherungswirtschaft zeigen, dassmittlerweile ca. 50%
aller reguliertenÜberflutungsschäden inVerbindungmit lokalen Starknieder-
schlägenunddarausresultierendenÜberflutungenfernabvonFlüssenauftreten
(vgl.Kron2009; JohannundPohl2010; Illgen,2017).AuchEinschätzungen für
Österreichgehendavonaus, dass runddieHälfte derbeiHochwässernauftre-
tenden Sachschäden durch erhöhtenOberflächenabfluss, Grundwasseranstieg
und Kanalrückstau verursacht werden (ÖROK, 2017). In denmeisten Fällen
stehen die verursachten Ăśberflutungen im direkten Zusammenhang mit
Starkniederschlagsereignissen.DiegenanntenZahlenzeigendeutlichdieprivat-
undvolkswirtschaftlicheRelevanzpluvialerHochwässer auf.
Definition/Terminologie 253
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
- Title
- ExtremA 2019
- Subtitle
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
- Authors
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Editor
- Katrin Sattler
- Publisher
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 778
- Category
- Geographie, Land und Leute