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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
höhung der Bemessungsniveaus (hin zu HQ150 Szenario) angestrebt (Rudolf-
Miklau, 2009; BMLFUW, 2010; RIWA-T, 2016). ImZuge der Planung undBe-
urteilung von Schutzwasserbauten kommt grundlegend dasHQ100 Ereignis in
der Festlegung des Schutzgrades zuAnwendung. Abminderungen oder Erhö-
hungendes Schutzgrades sind inbegründetenFällenmöglich (RIWA-T, 2016).
Restrisikobetrachtungen dienen der Erfassung vonAuswirkungen vonAb-
flüssenüber demBemessungsereignis (Überlastfall) oder einemVersagenszu-
stand einer Schutzmaßnahme (z.B. technischesGebrechen,…).NachRIWA-T
(2016) isthier ein seltenesBemessungsereignis (HQ300/Extrem) vorgesehen.
ImUnterschied zu Hochwasserschutzbetrachtungen im fluviatilen Bereich
sind Bemessungswerte bzw. Schutzziele in der Siedlungsentwässerung ent-
sprechend niedriger ausgelegt. Zudem sind Bemessungsszenarien definiert
durchdieWiederkehrzeitender verwendetenNiederschlägeundnicht der ge-
messenen Abflüsse. Statistische Verfahren sind aufgrund fehlender Abfluss-
messungen im Regelfall nicht möglich. Die empfohlene Jährlichkeit des Nie-
derschlags Tn variiert dabei zwischen unterschiedlichen Nutzungskategorien
(ländlicheGebiete,Wohngebiete, Stadtzentren, Gewerbegebiete, Unterirdische
Verkehrsanlagen) zwischen 1und10Jahren. IndengleichenNutzungskatego-
rien variieren die empfohlenen Häufigkeiten fürÜberstau undÜberflutung
zwischen 2–10 bzw. 10–50 Jahren (Regelblatt 11 –ÖWAV, 2009). Für Ober-
österreichwurdefestgelegt,dassderBemessungswertvonAnlageninkritischen
BereichenaufdieSchutzansprüchederUnterlieger abzustimmen ist.
11.2.2 PluvialeSturzfluten/Oberflächenwasser/Hangwasser
Oberflächenwässersindderzeit inÖsterreichhinsichtlichderBemessungsfrage
(Überflutungssicherheit bzw.DimensionierungvonRückhaltemaßnahmenbei
Siedlungen) inDiskussion. Einerseits darf derenBerücksichtigung für Schutz-
wasserbauten imRahmenderRIWA-T (2016) erfolgen, sofern eine einzugsge-
bietsbezogenenBetrachtungdurchgeführtwird.Das legt eineAnwendungvon
Schutzzielenanalogzu fluvialenEreignissennahe.Oberflächenwässer ausdem
Umland treten jedoch auch inKombinationmit rein aus demurbanenGebiet
selbst herrührendenÜberflutungen auf. Dieser Betrachtung lägen in der Di-
mensionierung nachÖWAV RB 11 (2009) geringere Jährlichkeiten (auf das
Niederschlagsgeschehenbezogen) zuGrunde.
Weiters besteht das Problem, dassHangwässer keinemdefiniertenAbfluss-
querschnitt zugeordnet werden können. Das macht es unmöglich eine Ab-
flussganglinie bzw. -menge festzumachen. Sowohl in derMessung nach/wäh-
rend der Ereignisse als auch in der Nachrechnung sind ausschließlichÜber-
Bemessung,Hochwasserwahrscheinlichkeit undSchutzziele 257
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Title
- ExtremA 2019
- Subtitle
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Authors
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Editor
- Katrin Sattler
- Publisher
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 778
- Category
- Geographie, Land und Leute