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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 17.1 Einleitung In vielen gebirgigen Regionenweltweit sind von Felsböschungen ausgehende Sturzprozesse eine häufig auftretendeProzessgruppe,welche Siedlungsräume, Verkehrswegeundandere Infrastrukturengefährdet.DieseProzessgruppe lässt sich inEinzelabstürze (Steinschlag,Blockschlag)undMassenstürze (Felssturz, Felslawine)untergliedern.DaswesentlicheUnterscheidungskriteriumzwischen einemEinzelabsturzundeinemMassensturz ist, dassbeiMassenstürzenmehr oder weniger kompakte Felsmassen abbrechen, die während des Abbruchs (entsprechend des vorherrschenden Versagensmechanismus) in Blöcke und Steine fragmentieren, während sich bei Einzelabstürzen lediglich einzelne Kluftkörper ausdemGefügederFelswand lösen. Massenstürzewerden entsprechend ihresAbbruchvolumensund ihresPro- zessverhaltens inFelsstürzeundFelslawinenuntergliedert.Hatdie Interaktion derKomponentenuntereinandereinenmaßgeblichenEinflussaufdieMobilität der Sturzmasse, dann verhält sich diese mechanisch ähnlich einer Lawine (»Sturzstrom«;Heim, 1932).Diese hochmobilenProzessewerden inder aktu- ellen internationalen Literatur daher zumeist als Felslawine (rock avalanche) oder bei Sturzmassen> 1Miom3 in der deutschsprachigen Literatur oft als Bergsturz angesprochen. Diese Massenstürze werden im Beitrag 16 zu Fels- gleitung,FelslawineundErd-/Schuttstromdetailliert behandelt. Der vorliegendeBeitrag konzentriert sich auf die von Felsböschungen aus- gehendenProzesse Steinschlag, Blockschlag undFelssturz,wobei unter einem Felssturz indiesemZusammenhangeinSturzprozessverstandenwird,beidem die Interaktion der Komponenten untereinander »keinen maßgeblichen Ein- fluss«aufdieAusbreitungderSturzmassehat. 17.1.1 DefinitionSteinschlag EvansundHungr(1993)beschreibendenProzessSteinschlagalsdieBewegung individueller, voneinander unabhängiger Felsfragmente, die mittels episodi- scher Einschlägemit demUntergrund interagieren.DieösterreichischeRicht- linie zumTechnischen Steinschlagschutz (ONR 24810:2017) beschreibt Stein- schlaggemäßderDefinitionnachKienholzetal. (1998)alsdasFallen,Springen undRollenvon isoliertenSteinenundBlöcken. EntsprechenddengängigenDefinitionenkannderProzessSteinschlagalsdie Bewegung individueller, voneinanderunabhängigerFelsfragmente (Steineund Blöcke) beschrieben werden, wobei nach Bozzolo (1987) vier Bewegungszu- stände der Fragmente zu unterscheiden sind: Fallen, Springen, Gleiten und Rollen. Entsprechend vieler Beobachtungen ist der dominante Bewegungszu- Einleitung 427 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
Title
ExtremA 2019
Subtitle
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
Authors
Thomas Glade
Martin Mergili
Editor
Katrin Sattler
Publisher
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Date
2020
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
778
Category
Geographie, Land und Leute
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