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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
nung«wurdenfachlicheEmpfehlungenundeinMaterialienbanderarbeitet(Bäk
et al., 2015), in dem eine standardisierte Vorgangsweise zur Abgrenzung von
Steinschlaggefährdungsbereichen (Gefahrenzonierung) beschrieben wird. Bei
denEmpfehlungenwerden fĂĽrdieGefahrenzonierungvonSturzprozessendrei
MaĂźstabsebenenunterschieden: regionale Ebene, kommunale Ebene undOb-
jektebene.FolgendwirdderderzeitigeStand inĂ–sterreich imKontextmitden
EmpfehlungenderĂ–ROKskizziert.
Einige Bundesländer verfügen über regionale Gefahrenhinweiskarten
(M=1:25.000–50.000), welche auf durch Steinschlag gefährdete Bereiche hin-
weisen (z.B. NÖAtlas, LandNiederösterreich, 2018). Es handelt sich hierbei
lediglichumdieAusweisung vonGebieten, die von Steinschlag betroffen sein
können. Die betroffenen Gebiete werden in dieser Maßstabsebene zumeist
mithilfe des Pauschalwinkelansatzes »Geometrisches Gefälle« (Hsü, 1975;
Grundner, 1984; Domaas, 1985; Evans undHungr, 1993) ermittelt. Gefahren-
hinweiskarten beinhalten keine Angaben über Intensitäten oderWahrschein-
lichkeiten. In der derzeitigen Gefahrenzonenplanung derWildbach- und La-
winenverbauung (gemäß Forstgesetz 1975 (§11) bzw. Gefahrenzonenplanver-
ordnung BGBL 436/1976) ist ebenfalls keine differenzierte Abgrenzung von
Gefahrenzonen fĂĽr Steinschlag vorgesehen. Auch hier erfolgt lediglich die
Ausweisung von »Braunen Hinweisbereichen«, die möglicherweise von Rut-
schungenoderSteinschlagbetroffen seinkönnen.
Auf der kommunalenEbene arbeiten derzeitmehrere Bundesländer ander
Erstellung vonGefahrenkarten (M=1:10.000–25.000) für einzelne Gemeinden
(z.B. Forschungsprojekt NĂ–-Talus). Gefahrenkarten geben an, welche raum-
relevantenBereicheundwiestarkdiesevonSteinschlagbetroffenseinkönnen.
DieAbschätzungderReichweiteundder Intensität erfolgt indieserMaßstabs-
ebene zumeistmithilfe von Prozessmodellen (verfĂĽgbareModelle sieheVolk-
weinetal., 2011;PrehundMölk,2018).DieProzessintensitätwirdhierzumeist
entsprechendderberechnetenkinetischenEnergienbeurteilt.
Basierend auf denEmpfehlungenderÖROK (Bäket al., 2015)wird zurzeit
von derWildbach- und Lawinenverbauung (WLV) eineMethodik entwickelt
und installiert (Mölk undRieder, 2017),mit derenHilfeGefährdungsbereiche
nachvollziehbar identifiziert und dargestellt werden können. Dabei ist eine
Differenzierung der Gefährdungslage entsprechend dermithilfe von Prozess-
modellenberechnetenkinetischenEnergienerforderlich.BeidemvonMölkund
Rieder (2017) präsentiertenVorschlagwirdder Bemessungsblock zurBerech-
nung der energie-kodierten Trajektorien (siehe Abbildung02) gemäß der
Richtlinie fĂĽr Technischen Steinschlagschutz (ONR 24810:2017) bestimmt.
Daher sind bei dieser VorgangsweiseWahrscheinlichkeiten indirekt ĂĽber die
BestimmungdesBemessungsblocks enthalten.
VomProzessSteinschlagausgehendeGefahr 431
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
- Title
- ExtremA 2019
- Subtitle
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
- Authors
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Editor
- Katrin Sattler
- Publisher
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 778
- Category
- Geographie, Land und Leute