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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
Gegenwärtig sind indieErhebungvonProzessinformationen imKonnexzu
Extremereignissen inÖsterreich eine Vielzahl an Akteurinnen undAkteuren
verschiedener Institutionen und Organisationen eingebunden, was die kom-
plexe Organisationsstruktur auf Bundes- und Landesebene inÖsterreich wi-
derspiegelt. Ferner sind auch eine Reihe wissenschaftlicher Institutionenund
Privatunternehmendaranbeteiligt.Daeskeineflächendeckendesystematische,
auf Standards basierende Prozessdokumentationsmethodik gibt, wird jedes
Ereignis individuell nachdenvorherrschendenKriteriender jeweils involvier-
ten Institutionen oderOrganisationen aufgenommen.Dies erschwert dieVer-
gleichbarkeit der gesamthaft gesammelten Prozessdaten und deren Zusam-
menführung in einerbundesweitengemeinsamendigitalenProzessdatenbank.
DennochwerdenseitensderGeologischenBundesanstalt seit Jahrzehnten,u. a.
imRahmendesSchwerpunktprogrammesGEORIOS(GEORISikenOesterreich)
die verfügbaren Prozessdaten gesammelt und in einer solchen bundesweiten
zentralenProzessdatenbank zusammengeführt (Kociu et al., 2007;Tilch et al.,
2011a),waseinenwennauchlückenhaftenÜberblickermöglicht(sieheAbb.03;
beispielhaft fürVorarlberg). Gegenwärtig existieren allerdings nochviele Pro-
zessinformationen in den Archiven verschiedenster Institutionen, seien es
Universitäten,regionaleGeologischeDienste,MinisterienoderIngenieurbüros,
die zukünftig noch in die zentrale Prozessdatenbank eingearbeitet werden
müssen. Der darin begründete lückenhafte Kenntnisstand erschwert eine Be-
urteilung imhistorischenKontext sehr.
18.3 ÖsterreichischeFallbeispiele
18.3.1 RegionaleExtremereignisse
In den vergangenen Jahrzehnten ereigneten sich inÖsterreich immer wieder
regionale Extremereignisse, die durch zahlreiche Lockergesteinsrutschungen
und/oderHangmuren gekennzeichnet waren. Diese gravitativen Extremereig-
nisse wurden zumeist ursächlich durch regionalspezifisch extreme Nieder-
schlagsereignissehervorgerufen.
Hierbeihandelteessichentwederumlokalbisregionalbegrenztekonvektive
Niederschlagsereignisse,diedurchenormeNiederschlagsintensitäten inkurzer
Zeit gekennzeichnet waren, oder um regionale bis überregionale advektive
Niederschlagsereignisse, die aufgrund der möglicherweise über Tage andau-
erndenkontinuierlichenNiederschlägeenormeNiederschlagssummenhervor-
gerufen hatten. Beispiele für gravitative Extremereignisse infolge konvektiver
Niederschlagsereignisse sind jene vom Juli 2016 in Stanz im Mürztal und
Pernegg an der Mur (beide Steiermark; Tilch et al., 2017), wo sich jeweils
ÖsterreichischeFallbeispiele 469
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Title
- ExtremA 2019
- Subtitle
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Authors
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Editor
- Katrin Sattler
- Publisher
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 778
- Category
- Geographie, Land und Leute