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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 20.3.4 Kärnten2014 MitfastausschließlichenWetterlagenausSüdundSüdwestbrachteimJahr2014 der wärmste Jänner im Süden sowie der neuntwärmste Februar derMessge- schichte (246 Jahre, vgl. ZAMGMonatsbericht) imSüdwestenKärntens bis zu siebenmal mehr Niederschlag als im langjährigen Mittel. Ähnliche Nieder- schlagsmengen, mit rund 10%weniger Niederschlag, traten in Oberkärnten zuletzt 1951 auf. Im Jahre 1951waren inHeiligenblut amGroßglocknerdurch Katastrophenlawinen13TodesopferundverheerendeSchädenan36Wohn-und WirtschaftsgebäudensowieStraßenundVersorgungsanlagenzubeklagen. Im Jahr 2014 erfasste ein in eine föhnige Südwestströmung eingelagertes Frontensystemam30.01.Oberkärnten.Aufdiemit härterenKrustendurchzo- geneAltschneedecke,unterwelchersichkantigeKristallegebildethatten, fielen bei einer Schneefallgrenzeum1.500minnerhalb von48Stunden200cmNeu- schnee. In den nächsten 48 Stunden waren es dann noch einmal 100cm. In höherenLagenwurdeder Schneefall von stürmischemWindbegleitet, was zu teils extremenSchneeverfrachtungen führte. Die Schneedeckemit ihren Schwachschichten hielt der extremenZusatzbe- lastung des Neuschnees nicht stand, was zumehreren extremen Lawinen im südlichenOberkärntenführte.DiemeistenderextremgroßenLawinenwurden im nicht besiedelten Raum registriert, weshalb die Infrastruktur größtenteils verschont blieb.Mit der Lawinenwarnung, »sehr große Lawinengefahr (Stufe 5)«, wurden rechtzeitig Verkehrswege gesperrt und exponierte Gebäude eva- kuiert, sodasskeinerleiPersonenschädenzubeklagenwaren. DurchextremeLawinenwurde inKötschach-MauthendieHauptwasserver- sorgungund inDellach imGailtal einWasserspeicher zerstört. Der sehr feuchteSchnee in tieferenLagen führtezueinerhohenAnzahlvon Baumbrüchen,welcheVerkehrswegeunpassierbarmachtenunddie Stromver- sorgungzumErliegenbrachten. AufGrundderweiteren Schneefälle undLawinenabgängewardie Plöcken- passbundesstraßefür25TagegesperrtunderstnachmühevollenRäumarbeiten und Instandsetzungsmaßnahmenwiederbefahrbar. 20.3.5 Eineder lawinenreichstenPeriodenseit Jahrzehnten: 09.03.bis 10.03.2017 DieTage zwischendem09.03. und10.03.2017waren außergewöhnlich. Selten zuvorbeobachtetemaninTirolübersovieleRegionenverteiltsozahlreicheund großflächigeLawinen.DieLawinenaktivitätwarbeispielsweise imVergleichzu jenerdesKatastrophenwinters1998/99höher,dasSchadenspotential allerdings Fallbeispiele, fokussierendaufdenösterreichischenAlpenraum 521 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Title
ExtremA 2019
Subtitle
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Authors
Thomas Glade
Martin Mergili
Editor
Katrin Sattler
Publisher
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Date
2020
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
778
Category
Geographie, Land und Leute
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