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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
bezogenenKonzept entsprechendwurdenWaldflächenmitObjektschutzfunk-
tion gegen Lawinen, Steinschlag und Lockergesteinsrutschungen mit einem
einfachen statistisch-topographischen Auslaufmodell flächendeckend für
Österreich auf Maßstabsebene einer Gefahrenhinweiskarte modelliert (Perzl
und Huber, 2014). Vorliegende Ergebnisse dieser Objektschutzwaldmodellie-
rungsindeinersterSchritt zueinereinheitlichenIntegrationdesWaldes indas
österreichische Schutzsystem (Kleemayr, 2017). ImHinblick auf steigendeRi-
siken und Extremereignisse liefern diese räumlich expliziten Simulationen
Grundlagen für eine effektivere, risikoorientierte Landnutzungsplanung und
unterstützen damit die Priorisierung von Schutzmaßnahmen, die Allokation
von Aufforstungen (im Besonderen Hochlagenaufforstungen) und Schwer-
punktsetzungen inder Schutzwaldbewirtschaftung.MöglichenSchadenssitua-
tionendurchNaturgefahrenbeinegativenBestandesentwicklungenkanndurch
diesediagnostischenWerkzeugevorgebeugtundderEinflussdesKlimawandels
aufdieGesellschaft reduziertwerden.
25.5.5 NotwendigeOptimierungdes forstlichenManagements
Gegenwärtiges Schutzwaldmanagement basiert noch auf statischen ökologi-
schen Einheiten bzw. Potentialen undReferenzen (sozio-ökologische Typisie-
rungen,potentiellenatürlicheWaldgesellschaft).EineaktiveAdaptationanden
Klimawandel und damit verknüpfte Extreme im Schutzwaldmanagement er-
fordert darüber hinaus eine dynamische Beurteilung der Vulnerabilität des
SchutzwaldesgegenüberStörungen (Füssel, 2006).
Derartige Vulnerabilitätskonzepte berücksichtigen die jeweiligen Schutz-
waldökosysteme und die darauf aufbauenden Mensch-Umwelt-Systeme. Der
Klimawandel und die Klimavariabilität wirken auf dasÖkosystem ein, das je
nachExponiertheitundSensitivitätReaktionenzeigt.ImVulnerabilitätskonzept
wird zwischen Systemzuständen (z.B. Exponiertheit, Auswirkung auf das
Ökosystem) und den Steuerungsgrößen (z.B. Sensitivität, Anpassungsfähig-
keit)unterschieden(vgl.Abbildung08).TeilediesesBeziehungsgefügeskönnen
durch ökologischeModellbildungen abgedeckt werden, z.B. dieNutzung von
biogeographischenBaumartennischenmodellen,die eineklimabedingteAreal-
verschiebung fürBaumartenaufprozessrelevantenFlächenermöglichen.
DesWeiteren kann das dynamische Verhalten vonÖkosystemen unter ge-
ändertenUmweltbedingungen durch empirische undprozessbasierteModelle
simuliert(Pretzschetal.,2008)undaufprojiziertezukünftigeKlimaverhältnisse
imAlpenraum angewendet werden (Elkin, 2013; Kindermann, 2013; Bircher,
2015). Das Adaptionskonzept berücksichtigt neben den klimatischen Regel-
SchutzwaldundExtremereignisse654
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Title
- ExtremA 2019
- Subtitle
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Authors
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Editor
- Katrin Sattler
- Publisher
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 778
- Category
- Geographie, Land und Leute