Page - 674 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
Image of the Page - 674 -
Text of the Page - 674 -
© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
2017wurdeneinHandbuchStaatlicheRisikoanalysenSKIentwickelt, indemdie
Methode fĂĽr alle staatlichen Risikoanalysen festgelegt wird und die erste ge-
samtstaatlicheRisikoanalyse (1. Ebenegesamtstaatlichundalle Sektoren) vor-
bereitet.
DasHandbuchunterscheidet vier Kategorien vonpotentiellenQuellen von
Risiken, die zu einemplötzlich eintretendenSchadensereignis führenkönnen:
1)VonderNaturausgehendeGefahren
2)VonMenschenauskriminellen,extremistischenundterroristischenMotiven
verursachteGefahren
3) SonstigevonMenschenverursachteGefahren
4)TechnischeGefahren
Extremereignisse fallen indieKategorieNaturgefahren.
26.3.2 Vulnerabilität kritischer Infrasstrukturen imAlpenraum
DemAutor sindkeinewisschenschaftlichenUntersuchungenbekannt, die sich
spezifischmit derVulnerabilität vonkritschen Infrastrukturen imAlpenraum
beschäftigen.
Aussagen können daher nur auf der Grundlage politisch-administrativer
Dokumentegetroffenwerden.SowerdeninderRisikoanalyse2017,Hochwasser
(Ăśberschwemmungen), Sturm, Erdbeben und schneebedingte Gefahren (La-
winen)alsvierder insgesamtfĂĽnfrelevantenNaturgefahrenidentifiziert. Inder
Schweizer Nationalen Strategie zum Schutz kritischer Infrastrukturen 2018–
2022 (Bundesamt für Bevölkerungsschutz, 2017) werden diese Ereignisse
gleichfalls als Beispiele fĂĽr Naturgefahren genannt. Sowohl inĂ–sterreich als
auch in der Schweiz beziehen sich diese Aussagen aber auf das gesamte
Staatsgebiet, alsoauchRegionen,die auĂźerhalbderAlpen liegen.
Es können daher dzt. keine gesicherten Aussagen über die besondere Ver-
letzbarkeit kritischer Infrastrukturen im Alpenraum getroffen werden. Zur
weiteren wissenschaftlichen Untersuchung dieser Fragestellung können aber
folgendeHypothesen formuliertwerden:
1)Die technischen Subsysteme kritischer Infrastrukturen imAlpenraumsind
gegenĂĽberNaturgefahrenvulnerabler als solcheauĂźerhalbdesAlpenraums.
2)Die SektorenEnergie (insbesondereStrom), IKTundTransport sind imAl-
penraum gegenĂĽber Naturgefahren verletzlicher, da es auf Grund der geo-
grafischen Besonderheiten schwieriger und teurer ist, (technische) Redun-
danzenaufzubauen.
3)Der Anstieg von Extremereignissen auf Grund des Klimawandels wird die
Vulnerabilität derkritischen Infrastrukturen imAlpenraumerhöhen.
Schutzkritischer
Infrastrukturen674
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
back to the
book ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
- Title
- ExtremA 2019
- Subtitle
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
- Authors
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Editor
- Katrin Sattler
- Publisher
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 778
- Category
- Geographie, Land und Leute