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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 zwischen auslösendemEreignis (beispielsweise intensiver, aber diskontinuier- licherNiederschlag) undderReaktion imSystem (beispielsweise Bildung von Murgängen infolge von Erosion undMobilisierung von Feststoffen in einem Gerinnebett) nicht konstant ist.Deshalbwerden stattdessenhäufig auslösende Schwellenwerte verwendet, um indirekt dieWahrscheinlichkeit desAuftretens eines bestimmtenBemessungsereignisses zu ermitteln, und eswird angenom- men, dass eine Relation zwischen demAuftreten einer Naturgefahr und dem auslösendenEreignisbesteht (Fuchs, 2009). Auchwenn das Konzept der physischenVulnerabilität in den letzten Jahr- zehnten Gegenstand umfangreicher Forschungsaktivitäten und zahlreicher praktischer Anwendungen gewesen ist, bestehen nachwie vor erhebliche Lü- cken in Bezug auf standardisierte funktionale Zusammenhänge zwischen ein- wirkendenKräftendurch auftretendeGefahrenprozesse unddenverursachten strukturellen Schäden (Papathoma-Köhle et al., 2017). Diese Lücken ergeben sich zu einemgroßenTeil ausdemallgemeinenMangel anverfügbarenDaten, insbesondere inBezugauf (1)die Schadenshöheund (2)die tatsächlichaufge- tretenenundfürunterschiedlicheSchadensbilderursächlichenSchäden(Fuchs etal.,2018).FolglichwerdenmöglicheSchädenaufgrundzukünftigerEreignisse häufig nur auf der Grundlage vorhandener empirischer Beobachtungen vor- hergesagt(Fuchsetal.,2007;Totschnigetal.,2011;Papathoma-Köhle,2016).Als Konsequenz spiegeln die Ergebnisse das durchschnittlich erwartete System- verhalten (erwarteteZerstörungdurcheinwirkendeKräfte) füreinebestimmte Anzahl gefährdeter Elemente wider, beispielsweise die gesamte Fläche eines Wildbachkegels oder einesLawinenauslaufbereichs, die theoretischvoneinem Bemessungsereignis bestimmterGröße betroffen sein kann.WieEreignisse in derVergangenheit zeigten,werden jedochbei einemEreignis häufig nurTeile eines Ablagerungs- oder Auslaufbereiches betroffen, was operationell durch räumliche Reduktionsfaktoren berücksichtigt werden sollte (beispielsweise BMLFUW,2005).DaderWiderstandgegenAufprallkräfteauchvonderArtder exponierten Risikoelemente abhängt, die typischerweise eine hohe räumliche Variabilität aufweisen, ist die Bestimmung der physischenVulnerabilität sehr zeit- und damit kostenintensiv. Darüber hinaus sind die Auswirkungen be- stimmter Naturgefahrenprozesse im Auslaufbereich noch nicht vollständig untersucht, sodassmodellierteStaudrückeoftnureinegrobeAbschätzungdes realen Systemverhaltens darstellen. In Bezug auf alpineNaturgefahren gab es Beispiele, wo eine Lawine ein senkrecht zur Lawinenachse gelegenesGebäude zerstörte (imWeilerValzur,Paznaun,Österreich, imFebruar1999),undesgab Fälle, indeneneinsolchesGebäude inderLagewar, eineLawinevollständigzu stoppen (im Dorf Airolo, Tessin, Schweiz, Februar 1951). Zusammenfassend lässt sich sagen, dassdieKomponentederphysischenVulnerabilität innerhalb der Risikoanalyse fürNaturgefahren aufgrund fehlender experimenteller oder UnterschiedlicheDimensionenvonVulnerabilität 683 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
Title
ExtremA 2019
Subtitle
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
Authors
Thomas Glade
Martin Mergili
Editor
Katrin Sattler
Publisher
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Date
2020
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
778
Category
Geographie, Land und Leute
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