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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
gelegtenProzentsatz (seit 1996: 1,1%)desBundesanteils andenEinkommen-
steuern,denKapitalertragsteuernunddenKörperschaftssteuern,derfürprivate
Haushalte etwa 7Eund für Unternehmen 30E beträgt (Vetters und Pretten-
thaler, 2004). Finanzmittel, dienicht in einem jeweiligen Jahr ausgegebenwer-
den, unterliegen einer Rückstellung. Gemäß Rechnungshof sind die Höchst-
grenzendesKatastrophenfonds auf 29Mio.Ebegrenzt.UmvondiesenKom-
pensationenzuprofitieren,müssenIndividuenwederspeziellePrämienzahlen,
nochmüssensieanderweitigzudenverfügbarenMittelnbeitragen–einstarker
AnreizfĂĽrrisikoreicheresVerhalten.DarĂĽberhinaus,unddiesistvermutlichein
weiterer Grund für die geringe Marktdurchdringung, werden die Entschädi-
gungendesKatastrophenfonds regelmäßig gekürzt, sobald (private)Versiche-
rungsentschädigungenausbezahltwerden(HolubundFuchs,2009).Dieshatzur
Folge, dass risikobewusstePersonen,dieprivateNaturgefahrenversicherungen
abschlieĂźen,de facto schlechter gestellt sindalsweniger risikobewusstePerso-
nen, die keineVorsorgemaßnahmen treffen,waswiederumzueiner rückläufi-
genNachfrageinderNaturgefahrenversicherunginĂ–sterreichfĂĽhrt.Dahersind
Menschennicht aufgrundpolitischer Instabilität verletzbar, sondernaufgrund
des institutionell festgelegten Systems des Verlustausgleichs, undwenn Insti-
tutionenversagen, entstehtVulnerabilität.
27.2.3 ÖkonomischeVulnerabilität
Institutionelle Vulnerabilität, wie oben skizziert, führt, in Kombination mit
physischerVulnerabilitätaufgrundderAuswirkungenvonNaturereignissenauf
diemenschlicheUmwelt,zueinerökonomischenVulnerabilitätvonexponierten
Werten.DadurchwirddieWiderstandsfähigkeit einzelneroder institutioneller
EigentĂĽmer reduziert. Dabei wird eine bestimmte Auswirkung (ein Schaden
aufgrund) einesNaturereignisses nur in Bezug auf bestehendeWerte zu einer
Gefahr.Wie bereits in Russell (1970) dargelegt, kann dieQuantifizierung von
SchädendurchNaturgefahrenmitdemBegriffderökonomischenVulnerabilität
bezeichnetwerden,inderRegelalseinrelativesVerhältniseinerSchadenhöhein
Bezug auf die – wie auch immer geartete – wirtschaftliche Aktivität in der
untersuchtenRegion.
FĂĽrdasGebiet derRepublikĂ–sterreichkamesbeispielsweise zwischen1972
und 2004 zu insgesamt 4.894 Schadensereignissen durch Wildbachgefahren
(Oberndorfer et al., 2007).Bei fast 4.300EreignissenkonntederProzesstypauf-
grundderEreignisdokumentationderWildbach-undLawinenverbauungex-post
ermittelt werden, was zu einer Klassifizierung fĂĽhrte zwischenĂśberschwem-
mungen (0,3%),ĂśberschwemmungenmitGeschiebetransport (21,8%), hyper-
konzentriertenAbflüssen(49,2%)undMurgängen(28,7%).Derdurchschnittli-
Vulnerabilität688
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
- Title
- ExtremA 2019
- Subtitle
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
- Authors
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Editor
- Katrin Sattler
- Publisher
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 778
- Category
- Geographie, Land und Leute