Page - 707 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Image of the Page - 707 -
Text of the Page - 707 -
© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
sogenanntengrauenLiteraturbefasst sich lediglichmit einerBeschreibungder
SchadenshöheaufgrundbestimmterEreignisse, setztdieseabernicht inBezug
zurExpositionvonWertobjekten. InsofernlauteteineklareEmpfehlung,neben
derklassischenEreignisdokumentation(DokumentationderNaturgefahr)eine
Analyse der Schäden vorzunehmen, um in Verbindungmit demWissen um
exponierte Objekte Schadensfunktionen abzuleiten oder zu verbessern. Diese
Analyse sollte ebenso standardisiert werden wie die Ereignisdokumentation,
und nicht nur für die sogenannten Extremereignisse durchgeführt werden,
sonderngrundsätzlich für allenaturgefahrenbedingtenSchäden.
Darüber hinaus wäre es ein Schritt in Richtung einer Reduktion von öko-
nomischerundsozialerVulnerabilität,wenndasderzeitpraktizierteSystemder
Risikoüberwälzung an denKatastrophenfonds und sonstige Förderungen von
öffentlicherundprivaterHand ineinSystemübergeführtwerdenkönnte, dass
auf einer obligatorischen Gebäudeversicherung auch für Privathaushalte ba-
siert. Hier sind zuvorderst die Institutionen gefordert, für die nötigen Rah-
menbedingungenzusorgen.EinderartigesObligatoriumkönntevorallemzur
Eliminierung der adversen Selektion (auch Standortemit geringer Schadens-
erwartungbildendabei dieBasis für die notwendigeBreite derRisikogemein-
schaft) beitragen. Darüber hinaus wären die Probleme einer zu geringen
Nachfrage, derAdministrierungund»gerechten«Ausschüttungbislangunver-
meidlicherstaatlicherHilfsprogrammesowiedesWohltätigkeitsrisikos(Charity
Hazard) künftig hintan gehalten.DerVersicherungsnehmerwürde indenGe-
nuss aller Vorteile eines privatwirtschaftlichen Versicherungsvertrages kom-
men, insbesondere des Anspruchs auf Entschädigung, während die Nachteile
derbishermeistunzureichendenfinanziellenUnterstützungsmöglichkeitendes
Staatesbeseitigtwerdenkönnten.
Zusammenfassendwäre die Rolle derVersicherer in der privatwirtschaftli-
chen Abwicklung von Versicherungsverträgen zu sehen und zwar unter Be-
rücksichtigung des teilweise neu zu schaffenden gesetzlichen Rahmens, der
Gewährung von Versicherungsschutz gegen sozial verträgliche bzw. leistbare
PrämiensowiederLeistung imVersicherungsfall.
DieRolledesStaatesbestündedarin,dassderbestehendeKatastrophenfonds
innerhalbdiesesReformvorschlagesalsSystemobergrenzedienensoll,wobeier
nur nach vorheriger Leistung der Versicherungswirtschaft für Schadenskom-
pensationen herangezogen werden kann und daher die Haftung durch den
Katastrophenfonds an den privatwirtschaftlichen Versicherungsvertrag ge-
knüpft ist (d.h. keineLeistungausdemFondsohneVersicherung).
Zusammenfassendwerden folgendeEmpfehlungengegeben:
1)VertiefendeBetrachtungvonVulnerabilität imZugevon(Extrem-)Ereignis-
sen;
Empfehlungen 707
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
back to the
book ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Title
- ExtremA 2019
- Subtitle
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Authors
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Editor
- Katrin Sattler
- Publisher
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 778
- Category
- Geographie, Land und Leute