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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
29.4.1 Vorsorge fĂĽrExtremereignisse
Katastrophenvorsorge umfasst alleMaĂźnahmen, die derVorbereitung auf die
Bewältigung eines Ereignisses dienen. ImWesentlichen sinddies dieAufbrin-
gung von Einsatzkräften bzw. Katastrophenhilfsdiensten sowie derenAusrüs-
tung undAusbildung, die Erstellung vonKatastrophenplänen, die Abhaltung
vonÜbungen,infrastrukturelleVorkehrungen,wieLeitstellenundKrisenräume
und die Risikokommunikation respektive die Aufklärung undMotivation der
Bevölkerung zur Eigenvorsorge (Jachs, 2011). ImRahmen der Katastrophen-
vorsorge sind bei Gemeinden, Bezirksverwaltungsbehörden und Landesregie-
rungenKatastrophenplänezuerstellen.Nachden landesrechtlichenVorschrif-
ten habendiese aufGefahren im jeweiligenBezugsgebiet Bedacht zunehmen.
ImZusammenhangmitderBewältigungvonExtremereignissenstelltsichim
Besonderendie Frage nach der personellenundmateriellenDimensionierung
der Katastrophenvorsorge bzw. der Vorhaltungen. Es ergibt sich die Frage,
welchequantitativenundqualitativenVorgaben es fĂĽrdenUmfangder perso-
nellen undmateriellen Katastrophenvorsorge gibt, ob und wie diese auf das
jeweiligeRisiko imBezugsgebiet (Gemeinde, Bezirk, Bundesland) abgestimmt
sind und ob dabei auch auf einen erhöhten Bedarf für die Bewältigung von
ExtremereignissenBedachtgenommenwird.
Einsatzmittel wie Fahrzeuge, persönliche Schutzausrüstung, Kommunikati-
onsmittel, technische Gerätschaften etc. werden inÖsterreich von den Ein-
satzorganisationenvorgehalten, die auf kommunaler Ebene fĂĽr die Besorgung
der örtlichen Gefahrenabwehr im Wirkungsbereich der Gemeinden als be-
hördlicheHilfsorganeeingerichtet sind.Darüberhinaus sind sie inVerbänden
auf Bezirks- und Landesebene organisiert. Im Bereich der Feuerwehren, der
wichtigsten Einsatzorganisation fĂĽr die Katastrophenhilfe, ist hierfĂĽr das In-
strumentderMindestausrĂĽstungsverordnungoder -richtlinie vorhanden.Dies
isteineVorschrift,diedieAusstattungderFeuerwehrenaufkommunalerEbene
vorgibt. So regelt etwa in Oberösterreich die Feuerwehr-Ausrüstungs- und
Planungsverordnung (LGBl. Nr. 75/2015), wie die MindestausrĂĽstung und
-mannschaftsstärke der Feuerwehren im Pflichtbereich einer Feuerwehr zu-
nächst nach Einwohnerzahl und Anzahl der ständig genutzten Gebäude fest-
gelegtwird. ImRahmeneinerGefahrenabwehr-undEntwicklungsplanungauf
Gemeindeebene ist aberaucheindarĂĽberhinausgehenderBedarf zuermitteln,
wobei alle fĂĽr denBrand- undKatastrophenschutz relevantenGegebenheiten,
insbesonderediegeographischeLage,besondereNaturgefahrenundeineReihe
vonweiterenRisikoparameternzuberĂĽcksichtigen sind.AuchandereBundes-
länderkennenvergleichbareRichtlinien, nachdenenGemeindenunterBeach-
tungbestimmterParameter (z.B.Bebauung,Einwohnerdichte, Sonderobjekte,
Einsatzerschwernisse, Verkehrswegenetz, Einsatzhäufigkeit,…) in Risikokate-
Management
imKatastrophenschutz754
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
- Title
- ExtremA 2019
- Subtitle
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
- Authors
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Editor
- Katrin Sattler
- Publisher
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 778
- Category
- Geographie, Land und Leute