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Zustimmung Ferdinands zur Beendigung des Konzils 501
bischöflichen â in der Sache billigte, erklĂ€rte er seinen Gesandten, sich nicht
einmischen zu wollen568. Die Mahnungen Franzâ von Cordoba, der in Eingaben
Teile der Reformvorlage fĂŒr so unzureichend erklĂ€rte, daĂ ohne Nachbesserung
das Konzil nicht geschlossen werden dĂŒrfe, wurden lediglich zur Kenntnis ge-
nommen569. Als die Oratoren anfragten, wie sie sich in der seinerzeit unent-
schieden vertagten Frage verhalten sollten, ob diese Tagungsperiode als Neube-
ginn oder als Fortsetzung anzusehen sei, riet er dringend, an die bisherige
Zweideutigkeit nicht zu rĂŒhren, damit es nicht zu neuen Kontroversen und
Verbitterungen kÀme570. So konsequent er mithin alles zu vermeiden trachtete,
was neuen Streit provozieren und zu Verzögerungen fĂŒhren konnte, so wenig
war er auf einen bestimmten Termin fĂŒr das Ende fixiert; gegenteiligen Ge-
rĂŒchten trat er noch Anfang Dezember mit dem Votum entgegen, ein paar Wo-
chen lĂ€nger schadeten nichts, das Konzil mĂŒsse seine Arbeit ohne ĂberstĂŒr-
zung abschlieĂen571. Die Sorge Morones, die Spanier könnten aus Protest noch
in Trient bleiben und dort ein âconciliabulumâ veranstalten, teilte er jedoch
nicht und gab, als er noch nicht wuĂte, daĂ das Konzil am 4. Dezember feier-
lich und ohne Störung beendet worden war, die beruhigende ErklÀrung ab, das
werde er als Landesherr und Kaiser zu verhindern wissen572.
In der SchluĂsitzung des Konzils am 4. Dezember 1563 wĂŒrdigte der Kardi-
nal von Lothringen auch die Verdienste der beiden Kaiser Karl V. und Ferdi-
nand I. um das Konzil573, und Pius IV. dankte in einer Ansprache vor den Kar-
dinĂ€len dem Kaiser Ferdinand dafĂŒr, der Synode Freiheit und Unversehrheit
bewahrt zu haben574. Doch stand die Freude, die man in Rom ĂŒber das endlich
vollbrachte Werk empfand, in krassem Gegensatz zu den Bewertungen am
Kaiserhof.
Schon seit dem Innsbrucker Treffen mit Morone weist Ferdinands Kon-
zilspolitik keine schöpferischen Initiativen mehr auf. Dies ist zunÀchst ein Be-
weis fĂŒr sein Zutrauen, die von ihm in den MĂ€rzbriefen an Pius IV. als notwen-
dig herausgearbeiteten MaĂnahmen zur Heilung der Kirche, wie er sie in den
GesprĂ€chen mit Morone nochmals erlĂ€utert hatte, wĂŒrden von dem neuen PrĂ€-
sidenten des Konzils auf den Weg gebracht werden. Jedoch blieb das Ende Juli
endlich vorgelegte Reformpaket nicht nur hinter seinen Erwartungen zurĂŒck,
durch den Artikel zur âFĂŒrstenreformâ sah es der Kaiser konterkariert. Inso-
fern lĂ€Ăt sich die These, Ferdinand habe Morones Konzilspolitik âmitgetra-
genâ575, nicht halten. Vielmehr war das, was er vom Konzil ursprĂŒnglich er-
wartet hatte, noch weiter geschrumpft. Weder die Wiedervereinigung im Glau-
ben, noch eine Reform, die eine erste Etappe fĂŒr dieses Ziel hĂ€tte sein können,
568 HHStA Wien, ebda, fol 32r/v: F. an Oratoren, 15.11.1563; vgl. Sickel, Konzil, S. 638. Zur Sache
Lecler, S. 579
569 Ganzer, Reformer, S. 334ff
570 Sickel, Konzil, S. 638: F. an Oratoren, 19.11.1563
571 HHStA Wien, ebda Konv. Dez., fol 13r/v + 12r: F. an Oratoren, 4.12.1563; vgl. Bucholtz 8, S.
626
572 HHStA Wien, ebda, fol 97r/v: F. an Oratoren, 10.12.1563
573 Jedin, Konzil 4/2, S. 188
574 Le Plat 6, S. 306ff; vgl. Pastor, PĂ€pste 7, S. 289
575 So Repgen, Reich, S. 281
CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
- Title
- Ferdinand I. als Kaiser
- Subtitle
- Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
- Author
- Ernst Laubach
- Publisher
- Aschendorff Verlag
- Location
- MĂŒnster
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-402-18044-0
- Size
- 15.5 x 23.0 cm
- Pages
- 786
- Keywords
- Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
- Category
- Biographien