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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
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Page - 510 - in Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.

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Kapitel 7: Kaiser Ferdinand und die dritte Tagungsperiode des Tridentinums510 ve wurde auf Anraten Maximilians sogar Arco verheimlicht637. In eigenen Be- richten erläuterte und unterstützte Delfino die Gesuche des Kaisers, wobei er als Motiv dessen Sorge um das Überleben der katholischen Kirche im Reich hervorhob, die sonst nach Ferdinands Tod durch religiöse Unruhen in Gefahr geraten könne, und warnte, bei Ablehnung der Konzessionen könnten die Habsburger und auch der Herzog von Bayern sich zu eigenmächtigen Abma- chungen mit ihren Untertanen genötigt fühlen638. Eigens erwähnte er kritische Bemerkungen Selds, der Papst möge, nachdem Kaiser und Römischer König die Schließung des Konzils ermöglicht hätten, ihre Erwartungen ja nicht enttäu- schen oder Bedingungen stellen, durch welche die Aktion ihren Nutzen verlie- re639. Demnach war am Kaiserhof noch erhebliches Mißtrauen gegenüber Roms Bereitschaft, die Konzessionen wirklich zu gewähren, vorhanden. Der Argwohn erwies sich als berechtigt. Pius IV. bekräftigte zwar seine grundsätzlich positive Haltung zur Gestattung des Laienkelchs, meinte aber, er müsse dazu eine Kongregation konsultieren640. Seine Erklärung, er könne sich nicht erinnern, zur Priesterehe ausdrücklich etwas versprochen zu haben, traf formal wohl zu, war indessen eine Ausflucht, denn seit 1560 hatte Ferdinand dieses Problem mehrmals berührt und es immer den Fragen des positiven Rechts zugeordnet. Der Papst, der sich vehementer Kritik des spanischen Bot- schafters und mehrerer Kardinäle an der Gewährung jeglicher Konzession aus- gesetzt sah, verfiel auf den Ausweg, jetzt nicht über die Anträge des Kaisers zu entscheiden, sondern Morone als Legaten mit dem Kaiser persönlich über alles, was zum Heile Deutschlands dienen könne, verhandeln und befinden zu las- sen641. Die Verlagerung bot nicht zuletzt den Vorteil, die spanische Intervention ins Leere laufen zu lassen. Philipp II. teilte er mit, Morone solle erst einmal die Situation im Reich studieren und darüber Bericht erstatten642; im übrigen ver- traue er darauf, daß der Kaiser und die deutschen katholischen Fürsten den Legaten unterstützen würden, die Durchführung der Konzilsdekrete – die er am 26. Januar 1564 mündlich bestätigt hatte643 – in geordnete Bahnen zu brin- gen. Das Ablenkungsmanöver des Papstes irritierte sowohl Arco als auch Ferdi- nand und seine Räte. Arco konnte nämlich nicht herausbekommen, welche 637 Hopfen, S. 207ff: Maximilian an F., 3.2.1564 638 In der Tat hatte Albrecht einen solchen Schritt anläßlich seines Antrags in Rom nicht ausge- schlossen (vgl. sein Schreiben an Kardinal Otto von Augsburg v. 14.1.1563 bei Goetz, Beiträge, S. 256f); nicht zuletzt Ferdinand hatte ihn durch die Ermahnung, die Wiener Konferenz abzu- warten, davon abgehalten. 639 NB II 4, S. 30ff: Delfino an Borromeo, 14. und 15.2.1564; vgl. Pastor, Päpste 7, S. 372 640 NB II 4, S. 58f: Bericht Arcos v. 26.2.1564 641 So faßte Morone den ihm zugedachten Auftrag auf (NB II 4, S. 58: Morone an F., 12.3.1564, Auszug). Das Breve Pius’ IV. an den Kaiser v. 11.3.1564, das die Legation ankündigte, bei Safti- en, S. 80f. 642 NB II 4, S. 60f: Pius IV. an Philipp II., 3.4.1564; die Mitteilung Borromeos an Delfino v. 11.3.1564 (ebda, S. 56f) hat den gleichen Tenor. 643 Dazu Pastor, Päpste 7, S. 290ff CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Title
Ferdinand I. als Kaiser
Subtitle
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Author
Ernst Laubach
Publisher
Aschendorff Verlag
Location
Münster
Date
2019
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
786
Keywords
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Category
Biographien
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