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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
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Ferdinands Erfahrungen mit Landfriedenseinungen bis 1556 525 renz binnen acht Wochen stattfinden, und er erwartete, daß Moritz, wenn er nicht persönlich teilnehmen könne, zum Abschluß bevollmächtigte Räte schik- ke; ferner erklärte er seine Zustimmung zu Beitrittsverhandlungen mit den Bi- schöfen von Bremen, Verden, Münster, Osnabrück und Paderborn sowie mit den „Seestädten“, also zu einer wesentlichen Erweiterung, die auszuhandeln Joachim von Brandenburg angeboten hatte, die aber auch der Kaiser schon Ende März verlangt hatte50. Plauen sollte des Kurfürsten Einverständnis mit ein paar minder wichtigen Änderungen an der in Eger vorberatenen Satzung her- beiführen und sich besonders bemühen, Moritz dazu zu bewegen, „das sein lieb fur sich selbs willigen und bei den andern pundtsstenden nach aller muglickhait furdern welle, damit uns dise pundts hilff auch wider den turckhen bewilligt“, wenn nicht ganz allgemein, dann wenigstens für etwa fünf Monate, bis er (Fer- dinand) anderswo Hilfe erlangt habe51. Moritz antwortete entgegenkommend und fügte den nicht unverfänglichen Vorschlag hinzu, Erzherzog Ferdinand, des Königs zweiten Sohn, als Bundeshauptmann vorzusehen52. Nur zur Tür- kenhilfe scheint er sich bedeckt gehalten zu haben, denn Ferdinand wiederholte drei Wochen später sein Anliegen, wollte aber nun notfalls mit vier Monaten Unterstützung zufrieden sein53. Das endgültige Scheitern der süddeutschen Bundesgründung Anfang Juni bedeutete schon das Ende für Ferdinands Projekt. Er zog unverzüglich die Konsequenz, nun mit allen seinen Herrschaften in die mitteldeutsche Einung einzutreten. Moritz hatte keinen weiteren Anlaß zu Zweifeln an seinem guten Willen gegeben. Am 22. Juni schrieb König Maximilian an Herzog Albrecht von Bayern, sein Vater halte den „Sächsischen Bund“ für so gut wie sicher54. Ferdinands Instruktion für seine Kommissare zur Tagung in Zeitz hatte den Tenor, auf jeden Fall auf einen positiven Abschluß hinzuarbeiten und die ande- ren zur Teilnahme aufgeforderten Stände keinesfalls durch die neuen königli- chen Wünsche zu verschrecken. Weder der Anspruch auf eine dritte Stimme im Bundesrat – weil er durch die Hinzunahme Vorderösterreichs auch höhere Beiträge zahle – noch die Betrauung des Erzherzogs Ferdinand mit dem Amt des Bundeshauptmanns durften das positive Ergebnis gefährden und waren notfalls preiszugeben. Nur bei der Formulierung des Artikels, gegen wen die Bundeshilfe zu leisten sei, ließ der König keinen Spielraum: Sie sei „in gemain wider meniglich zu stellen“, die von anderer Seite vorgeschlagene Restriktion auf den Geltungsbereich des kaiserlichen Landfriedens sei zu verhindern, pri- mär natürlich wegen der Türken, aber auch, weil der Fall eintreten könne, daß die Hilfe zugunsten Vorderösterreichs gegen andere fremde Potentaten oder Kommunen (vermutlich die Schweizer Eidgenossen) benötigt würde55. 50 Zu den Gründen vgl. Laubach, König Ferdinand, S. 175 51 wie Anm. 49, fol 268v 52 Druffel 4, Nr. 145, S. 163f 53 Weisung an Plauen v. 18.6.1553 (Druffel 4, S. 182). Nach dieser zweiten Erinnerung gab Moritz das Versprechen, sich dafür einsetzen zu wollen (ebda, S. 193). 54 Druffel 4, S. 201 Anm. 2 55 HHStA Wien, RK Rig 19, fol 8r-13r: Instruktion für die Kommissare zur Tagung in Zeitz v. 17.6.1553 (das Zitat fol 11r) CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Title
Ferdinand I. als Kaiser
Subtitle
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Author
Ernst Laubach
Publisher
Aschendorff Verlag
Location
Münster
Date
2019
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
786
Keywords
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Category
Biographien
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