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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
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Page - 528 - in Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.

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Kapitel 8: Friedenssicherung im Reich528 erreicht, als daß Ferdinand noch über eine Option verfügte, als die Gründung des mitteldeutschen Bundes wiederum mißglückte. Aber eben diese Überle- gung, wenigstens einen bündischen Rückhalt zu haben, dürfte für Ferdinands Orientierung auf den Heidelberger Verein wesentlich gewesen sein. Sobald er vom Mißerfolg in Zeitz informiert war, erklärte er seinen Beitritt zum Heidel- berger Verein, obwohl er mit den Konditionen nicht zufrieden war und das auch zum Ausdruck brachte72. Seine Unterhändler in Heilbronn, vor allem der Passauer Bischof Wolfgang von Salm und Zasius, hatten ihm nachdrücklich zugeraten73. Zasius argumentierte, es sei denkbar, daß der Bund im Reich und im Ausland Ansehen und Einfluß gewönne; Ferdinand könne auf Grund seiner Autorität „bei disen pundsstenden vil guts schaffen und etwa das bös verhin- dern ..., auch der Kai. Mt. zum besten“, darum sei es wichtig, die Entschließun- gen des Bundes jederzeit zu kennen, und auch im Blick auf Ferdinands künftige Herrschaft im Reich sei es nötig, „diesem pund im herzen beizuwonen“; end- lich könne er als Mitglied die anderen im Falle einer Ächtung des Markgrafen eher zur Mitwirkung an der Vollstreckung bestimmen als von außen74. Diese Überlegungen weisen doch insgesamt stärker in die Richtung, daß Ferdinand eben nur durch seine Mitgliedschaft die mögliche Entwicklung des Heidelber- ger Vereins zu einer potenten Opposition gegen die Habsburger im Reich ver- hindern und ihn für habsburgische Zwecke instrumentalisieren könne, als daß man sie als Empfehlung zum „Anschluß an die Opposition gegen Karl V.“ zu interpretieren hätte75. Außerdem war der Fürstenverein „die einzige Allianz, die bisher Gestalt gewonnen hatte“76. Die Übernahme der Funktion des Bundes- hauptmanns durch Herzog Albrecht ein Jahr später verringerte in der Tat den Einfluß der dem Kaiser nicht gewogenen Gruppe im Verein, ohne daß die Liga dadurch an Schlagkraft gewonnen hätte77. Zum abermaligen Scheitern der Gründung des sächsischen Bundes haben mehrere durch die veränderte Situation bedingte Faktoren beigetragen. Ferdi- nands direkte Verstrickung in den Kampf gegen den Markgrafen Albrecht – sein Oberstkanzler der Krone Böhmen, Heinrich von Plauen, übernahm nach dem Tode Moritz’ von Sachsen die militärische Leitung der Belagerung von Hof und später der Plassenburg über Kulmbach78 – hatte zur Folge, daß die hohenzollernschen Verwandten des Friedensstörers, selbst Kurfürst Joachim von Brandenburg, auf Distanz zu dem Bundesprojekt gingen79. Der neue säch- sische Kurfürst August zeigte wenig Interesse und keine Neigung, sich an die Zusagen seines verstorbenen Bruders zu halten, worauf Ferdinand gerechnet genüber Karl hat Ferdinand erklärt, er wäre nicht eingetreten, wenn die Bedingung geblieben wäre (Lanz, Corr. 3, S. 599). 72 Ernst, Bw. 2, S. 318f: Mitteilung an Herzog Christoph v. 3.11.1553; vgl. Sicken, Verein, S. 375 73 Reichenberger, S. 40; Luttenberger, Landfriedensbund Teil 1, S. 33 74 Zasius an F., 9.10.1553 (Bucholtz 7, S. 540ff, ergänzt bei Druffel 4, S. 298ff; die Zitate dort S. 300) 75 Ernst, Bw. 2, S. 290 Anm. 1; Ernst, Entstehung, S. 19f. 76 Sicken, Verein, S. 366 77 Ebda, S. 414 78 B. Schmidt, S. 334ff u. S. 352f 79 Kneitz, S. 110f CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Title
Ferdinand I. als Kaiser
Subtitle
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Author
Ernst Laubach
Publisher
Aschendorff Verlag
Location
Münster
Date
2019
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
786
Keywords
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Category
Biographien
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