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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
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Kapitel 9: Die Sicherung der Nachfolge im Reich598 den bisherigen Verlauf der Beratung erteilte er die Weisung, den Mainzer Kur- fürsten zu informieren und zu ersuchen, den sächsischen Vorstellungen zu fol- gen, aber in der Narratio des Ausschreibens allgemein die jüngsten Verhand- lungen des Kaisers mit den Kurfürsten zu erwähnen184. Auf dieser Basis gelang dann in einem zweiten Gespräch die Einigung mit Daniel von Mainz, wobei als Termin zunächst der 1. Juli in Aussicht genommen wurde185, denn für den von Joachim II. vorgeschlagenen Sonntag Trinitatis (24. Mai) war es schon zu spät. Der neue Entwurf der Einladung erschien Ferdinand jedoch in einem Punkt zu unscharf: Anscheinend sorgte er sich, der eine oder andere Kurfürst könnte sich angesichts der fehlenden Thematik für das Treffen von der Teilnahme wieder dispensieren, denn er ersuchte den Reichserzkanzler darum, allen das persönli- che Erscheinen nachdrücklicher ans Herz zu legen, „dieweil wir selb aigner person uff dem tag zu erscheinen gedechten und die sach an ir selb wichtig und groß“186. Nach dem Motto, daß „das Eisen, weil es heiß ist, geschmidt werden sol- le“187, wollte Ferdinand möglichst keine Zeit mehr verlieren und ließ deshalb die Kurfürsten bitten, es mit der Ladungsfrist von drei Monaten, wie sie die Goldene Bulle vorschrieb, nicht so streng zu nehmen188. Dennoch trat der Kurfürstentag erst Ende Oktober zusammen. Die Schwierigkeiten, einen allen Beteiligten genehmen Termin zu finden, hatten keine politischen Hintergründe, sie waren Folge der langen Dauer der letzten Verhandlungsrunde. Ferdinand wollte vor der Zusammenkunft in Frankfurt die Krönung Maximilians in Böh- men vornehmen lassen, was ja einer gewissen Vorbereitungszeit bedurfte, und dann mit den für beide Feiern eingeladenen Gästen direkt nach Frankfurt rei- sen. Sein Zeitplan stieß auf den Widerstand der Kurfürsten von Sachsen und Brandenburg189. Mit Recht beurteilte er die angeblichen Sorgen Augusts vor politischen Gefahren für ihre Territorien während der Sommermonate als Vor- wand – er hatte vorausgesehen, es werde durch die Verzögerung zu einer Kolli- sion mit der Jagdsaison kommen –, doch gab er nach, weil er befürchtete, der Wettiner werde sonst „entweder gar nicht oder doch mit einem grossen Un- willen erscheinen“, und das müsse man wegen der wichtigen Sache vermeiden, denn „was wir nicht mit gutem Willen bey diesen Leuten bringen könten, darzu würden wir sie schwerlich mit Unlust bewegen“190. Maximilian, der erst gegen jede Verschiebung votiert hatte, weil immer die Gefahr bestünde, daß ein Kur- fürst stürbe, gewann der Entscheidung des Vaters die Vorteile ab, daß man nun doch die Ladungsfrist der Goldenen Bulle einhalten und seine hochschwangere 184 HHStA Wien, MEA WuKA 4/2, fol 37v-39v: Werbung der kaiserlichen Gesandten v. 21.4.1562; die Weisung v. 17.4.1562 bei Moser, Wahlkapitulation, S. 750ff 185 Ebda, fol 39v-42r: Meinungsaustausch über die Werbung der Gesandten v. 21.4.1562; Goetz, Wahl, S. 136f 186 Ebda, fol 153r-155r: F. an Kurfürst Daniel von Mainz, 6.5.1562, das Zitat fol 154v 187 Moser, Wahlkapitulation, S. 728: F. an Maximilian, 31.3.1562 188 Ebda, S. 804: F. an Friedrich III., 6.5.1562 189 Ebda, S. 827ff: August an F., 13.5.1562 190 F. an Maximilian, 16.5.1562 (Ebda, S. 839–841, das Zitat S. 840) CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Title
Ferdinand I. als Kaiser
Subtitle
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Author
Ernst Laubach
Publisher
Aschendorff Verlag
Location
Münster
Date
2019
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
786
Keywords
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Category
Biographien
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