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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
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Page - 661 - in Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.

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Italien 661 soeben eröffnete Konzil gefährde, zumal Graf Niccolo bei Frankreich Unter- stützung finden werde346. Von Cosimo, der seine Mitwirkung zugab, die Rück- kehr des alten Grafen in die Wege leitete und seine Interessen vom päpstlichen Nuntius Delfino rechtfertigen ließ, verlangte er die Respektierung der kaiserli- chen Lehnshoheit durch Übergabe Pitiglianos „in die Hände des Kaisers“347, bis der Prozeß entschieden sei, verzichtete dann aber auf eine vollständige Wie- derherstellung des Status quo: Der von Cosimo protegierte alte Graf durfte einstweilen die Herrschaft in Pitigliano unter bestimmten Auflagen wieder ausüben348. Damit wurde dem Florentiner ein Rückzug ohne Verlust an Presti- ge ermöglicht; dieser trug seinerseits der Empfindlichkeit des Kaisers Rech- nung, indem er in einem Schreiben, das der venezianische Gesandte als „humi- le“ charakterisierte, der Überweisung des Prozesses an den Reichshofrat zu- stimmte und die Räumung anzeigte349. Ferdinand war sich darüber klar, daß eine militärische Intervention außerhalb seiner Möglichkeiten lag350. Eine end- gültige Lösung fand der Konflikt zu seinen Lebzeiten nicht mehr. – Schon 1560 war das Streben Cosimos nach einer Veränderung des Status quo in Italien erkennbar, wodurch nach Ferdinands Ansicht die Position von Kaiser und Reich bedroht wurde. Der Medici wollte die Zuneigung Papst Pius’ IV., dessen Wahl er sehr gefördert hatte351, zur Verwirklichung eines ehrgeizigen Planes nutzen, nämlich seiner Rangerhöhung zum König von Toscana oder Etrurien. Ferdinand nahm, sobald er durch Agenten davon erfahren hatte352, entschieden dagegen Stellung. Die Berichte Soranzos vermitteln den Eindruck, als habe das anscheinend vom Papst geförderte Projekt den Kaiserhof nicht wenig beunruhigt, Ferdinand habe sogar ein Rechtsgutachten bestellt, ob der Papst die Titelverleihung gegen den Willen des Kaisers vornehmen dürfe353. In den Weisungen an Arco wurde dem Papst ein solches Recht ohne lange Be- weisführung bestritten, im Zentrum der Argumentation standen politische Aspekte, an erster Stelle die Prestigeminderung für Kaiser und Papst, die aus der Errichtung eines neuen Königtums in Italien folgen und von den Nachfol- gern Pius’ IV. schwerlich toleriert werden würde354. Bedeutsam war ferner die Warnung, wenn der Papst in Überschreitung seiner Kompetenz in kaiserliche Rechte eingreife, werde er sich dadurch nach den Protestanten auch die deut- schen Katholiken entfremden, der König von Spanien und mehrere italienische Fürsten, die dem neuen König nur mit Argwohn begegnen könnten, würden auf Ferdinands Seite treten. Indirekt wurde so dem Papst bedeutet, er werde mit jenem Schritt seine Konzilspläne ruinieren. In einer weiteren Weisung zählte Ferdinand mehrere Nachteile auf, die ein Königreich Toskana für die Rechte 346 NB II 3, S. 10 347 HHStA Wien, RHRP 20b, Eintrag zum 28.1.1562; später wurde als Alternative eine Übergabe an Philipp II. genannt (ebda, Eintrag zum 11.3.1562). 348 NB II 3, S. 10f 349 HHStA Wien, RHRP 20b, Eintrag zum 17.5.1562; VD 3, S. 208f: Bericht Michelis v. 25.5.1562 350 Rill, Arco, S. 67 351 Dazu Herre, S. 37ff u. S. 61ff 352 Sickel, Konzil, S. 91 353 VD 3, S. 166: Bericht v. 27.11.1560 354 Sickel, Konzil, S. 89ff: F. an Arco, 20.8.1560 CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Title
Ferdinand I. als Kaiser
Subtitle
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Author
Ernst Laubach
Publisher
Aschendorff Verlag
Location
Münster
Date
2019
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
786
Keywords
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Category
Biographien
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