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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
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Page - 681 - in Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.

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Die baltische Frage 681 dorthin schicken sollte oder nicht, waren verfrüht503. Ferdinand ließ in Worms erklären, er sei bereit, abermals deswegen zu schreiben, doch sollten ihm vorher die Kurfürsten „ir rathlich bedencken mittailen, wie die sach weiter anzugreif- fen, und sich von irer Mt. nit absondern“504. Seine Reaktion dokumentiert noch einmal, daß er im Westen keine aktive, schon gar nicht eigenständige, „Reichs- außenpolitik“ betrieben hat. Die baltische Frage Zu außenpolitischen Aktivitäten gegenüber den europäischen Mächten an der Ostsee wurde Ferdinand seit 1556 durch die livländische Koadjutorfehde und die als eine ihrer Folgen anzusehenden russischen Angriffe auf Livland genötigt. Bei der Fehde handelte es sich um den Höhepunkt eines internen Konfliktes über politische Weichenstellungen in der seit 1526 reichsunmittelbaren Or- densprovinz505 zwischen dem Meister des livländischen Zweiges des Deutschen Ordens und dem Erzbischof Wilhelm von Riga, der unter dem Einfluß seines Bruders, des ersten Herzogs von Preußen Albrecht, eine engere Anlehnung an Polen-Litauen für angezeigt hielt. Die Krise wurde ausgelöst, als Erzbischof Wilhelm unter Mißachtung einer Vereinbarung der livländischen Stände den Herzog Christoph von Mecklenburg als Koadjutor annahm, ihr militärisches Ende fand sie im Juni 1556 mit der Gefangennahme beider durch den Ordens- meister506. Eine Ausweitung der Krise konnte sowohl für den Frieden im Reich als auch in außenpolitischer Hinsicht unerwünschte Folgen haben. Die Hanse- städte Lübeck, Hamburg und Bremen sympathisierten mit dem Orden, ebenso der Bischof von Münster und der Erzbischof von Bremen, während die bran- denburgischen Hohenzollern und der Herzog von Mecklenburg Werbungen zugunsten der anderen Seite betreiben ließen507. Die Ostseemächte Dänemark, Schweden und Polen sowie Rußland blickten alle begehrlich auf das Baltikum und konnten leicht Anlaß zur Parteinahme bis hin zu militärischem Eingreifen finden508. Zwar führten Schweden und Rußland zur Zeit Krieg gegeneinan- der509, desto eher bestand die Möglichkeit einer Intervention durch Polen oder Dänemark. Schon im Sommer, nachdem er von dem Konflikt erfahren hatte, bat Ferdi- nand die Kurfürsten von Sachsen und Brandenburg sowie den König von Po- 503 Le Laboureur 1, S. 786f: Katharina an Bochetel, 17.3.1564 504 HHStA Wien, RHRP 23, fol 47v: Eintrag zum 18.3.1564 505 Darum ist der Ordensmeister in der Reichsmatrikel von 1521 noch nicht aufgeführt. Am Reichstag in Augsburg 1555 hat ein Vertreter teilgenommen und den Abschied unterschrieben, ebenso ein Rat des Bischofs von Kurland (Walder, S. 60). 506 Rasmussen, S. 30ff, S. 51ff, Tiberg, S. 86, Zivier, S. 600ff 507 Häfner, S. 12 mit Anm. 23 508 Die Interessen der Mächte behandelt eingehend Kirchner, dessen Arbeit leider in mehreren Details unzuverlässig ist. 509 Arnell, S. 16; am 2. April 1557 schlossen sie Frieden (Dreyer, S. 18). CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Title
Ferdinand I. als Kaiser
Subtitle
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Author
Ernst Laubach
Publisher
Aschendorff Verlag
Location
Münster
Date
2019
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
786
Keywords
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Category
Biographien
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