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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Page - 683 -
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Page - 683 - in Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.

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Die baltische Frage 683 in Wilna empfangen517. Ferdinand flankierte ihre Arbeit durch ein Schreiben mit sehr ähnlichen Ausführungen an einen engen Berater Sigismund Augusts, den Fürsten Nikolaus Radziwill, den er mit der Begründung, er wisse, daß sein Wort bei seinem König Gewicht habe, aufforderte, die Vorschläge der Kom- mission für den Frieden zu unterstützen518. Das Ergebnis der Bemühungen dieser Reichskommission aus Vertretern Kö- nig Ferdinands und der Herzöge von Pommern sowie der Reichsstände war der am 5. September 1557 abgeschlossene Vertrag von Pozwol519, der dem polni- schen König die verlangte Genugtuung verschaffte, denn der Erzbischof von Riga wurde restituiert – wie es schon der Reichstag verlangt hatte – und der Koadjutor, für den König und Reich im Vertrag ausdrücklich eintraten (Artikel 12), wurde anerkannt. Mit der äußerlichen Beilegung des Konflikts war er- reicht, was Ferdinand intendiert hatte; zu den einzelnen Regelungen ist er nicht konsultiert worden, es gab auch keinen Ratifikationsvorbehalt für das Reich. Obwohl Livland nur wenige Jahre später dem Reich verloren gegangen ist, wurde der Vertrag 60 Jahre später von dem Reichspatrioten Melchior Goldast als positive Leistung Ferdinands publiziert520. Der scharfsichtige Seld kom- mentierte die Ergebnisse schon im Herbst 1557 pessimistisch521. Denn am 14. September 1557 war ein Schutz- und Trutzbündnis zwischen dem Orden und Litauen geschlossen worden522. Wenige Monate später, im Januar 1558, erfolgte der erste Angriff des Zaren Ivan IV. auf Livland, nach einem kurzfristigen Waffenstillstand von zwei Mo- naten wurde im Mai der wichtige Hafen Narwa von den Russen erobert und im Juli auch noch Dorpat523. Schweden, Dänemark und Polen griffen aus verschie- denen Gründen nicht zugunsten der Livländer ein, die auch von den wendi- schen Hansestädten keine wirksame Hilfe bekamen, weil sie die von jenen ver- langte Wiederherstellung ihrer alten Handelsprivilegien verweigerten, durch welche die englische Konkurrenz behindert worden war524. Der Ordensmeister Wilhelm von Fürstenberg richtete alsbald die dringende Bitte an Ferdinand, er möge als „beschutzer der Cristenheit“ darauf bedacht sein, „damit diser dess heiligen Reichs eingeleibter ordt und eckstein vor disem uncristlichen Tirannen auffgehalten und errettet“ werde525. Aber man wußte auch in Livland, daß der Kaiser weder über Truppen noch über Geld verfügte, um bei der Verteidigung wirklich helfen zu können, und so regte der Ordens- meister nur diplomatische Interventionen an: Eine Gesandtschaft nach Moskau, 517 Vgl. Kapitel 2, S. 168f; Rasmussen, S. 69f 518 HHStA Wien, Polonica 9 Konv. IV, fol 35b-35c: F. an Radziwill, 12.6.1557; erwähnt bei Zivier, S. 610. 519 Goldast, Collectio 1, S. 577–580 520 Seine Überschrift: Ferd. Imp. Aug. laudum in causa archiepiscopi Rigensis ... 521 BHStA München, KÄA 4306, fol 176r: Seld an Hg. Albrecht, Worms, 20.10.1557: „Bedunckt mich aber (wann es in warhaitt also) [wie die „zeittungen“ beinhalten] wär es nit guet das dem reich abermals so ain ansehenlich stück lands solte entzogen werden“. 522 Zivier, S. 610 523 Übersberger, S. 320f; Kirchner, S. 101ff. 524 Dreyer, S. 22f, 28f, 54; Donnert, S. 32 525 Schirren 1, S. 105–108: Instruktion für den Gesandten zum Kaiser, nach März 1558 CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Title
Ferdinand I. als Kaiser
Subtitle
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Author
Ernst Laubach
Publisher
Aschendorff Verlag
Location
MĂĽnster
Date
2019
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
786
Keywords
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Category
Biographien
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