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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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Page - 226 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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DREI KAISER – DREI BIBLIOTHEKEN226 genannten, nach Schulen geordneten Bestand von grafischen Reproduktio- nen zumeist nach Gemälden, dann die Ansichtensammlung mit landschaft- lich-ethnografischem Schwerpunkt, weiters den Nachlass Lavaters sowie schlussendlich den gewiss umfangreichsten Teil – die Porträtsammlung. Der erstgenannte Bestand ist ähnlich den Landkarten ebenfalls seit 1835 nur wenig erweitert worden und Becker sieht von einer Vermehrung mit Ausnahme spezifisch vaterländischer Blätter auch ab. Eine Ergänzung der Lücken sei de facto unmöglich und darüber hinaus auch nicht notwendig, da „die Pflege der Kunst in dieser Richtung schon durch ein Mitglied des kaiserlichen Hauses umfassend vertreten [werde], indem die Kunstsamm- lung Seiner kaiserlichen Hoheit des Herrn Erzherzogs Albrecht nicht nur an innerm [sic] Wert sondern auch an Umfang zu den bedeutendsten in Eu- ropa gehört.“ Dem Ausbau der Ansichtensammlung (Vues) bringt Becker hingegen ungleich größeres Interesse entgegen, sofern sie „Österreichisches in sich fasst“. Es ist wenig überraschend, dass auch hier ein Versagen Khlo- ybers konstatiert wird, der „wenn er die Sache mit Verständnis und festem Willen anfasst […] mit wenig Mitteln viel hätte leisten können und – wenn ich das specifisch vaterländische Interesse dieser Sammlung in Anschlag bringe, auch leisten sollen“. Becker verspricht hier „seine Privatbetriebsam- keit in Bewegung“ zu setzen, denn „viele solcher Bilder, die für die Cultur- geschichte sehr wichtig sind, finden sich in Privathänden unbeachtet und dem Ruin preisgegeben“. Gerade hier müsse der Bibliotheksvorstand „im eigentlichen Sinne des Wortes Sammler sein“. Im Hinblick auf den Nach- lass Lavaters, der als geschlossener Bestand bezeichnet werden kann, plant Becker nach einer kritischen Sichtung eine dem einzigartigen Wert dieser Sammlung gebührende Katalogisierung nach kunstwissenschaftlichen Prin- zipien. Nach einem ersten Ansinnen Kaiser Franz’ I. aus dem Jahr 1831, den Nachlass selbst sichten und ordnen zu wollen, ist dies nun der zweite An- lauf, der aber ebenfalls nicht zur Ausführung gelangen wird. In inhaltlichem Zusammenhang damit steht die Porträtsammlung, die wie Becker anführt, der Tradition nach durch ein besonderes Interesse Franz’ I. „zu physiogno- mischen Studien“ entstanden sein soll, was aber neueren Forschungen zu- folge in Zweifel gezogen werden muss.719 Abseits beständiger Porträtankäufe in Kleinmengen über den Kunsthandel hatte die letzte größere Bestands- vermehrung noch zu Lebzeiten Franz’ I. im Jahre 1828 stattgefunden, als man Lücken im Porträtbestand ausländischer Regenten und deren Familien schließen wollte, indem zahlreiche k. k. Gesandtschaften im Ausland mittels Zirkularschreiben aufgefordert wurden, die abgehenden Konterfeis an ih- 719 Vgl. Poch, Porträtstichsammlung, 49–51 bzw. 59–68. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Title
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Subtitle
Metamorphosen einer Sammlung
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1073
Categories
Geschichte Chroniken
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