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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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Page - 272 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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DREI KAISER – DREI BIBLIOTHEKEN272 während die Familienbriefe und Studienunterlagen gänzlich der Fideikom- missbibliothek überantwortet werden. Die Prager Güterdirektion bekommt darüber hinaus alle übrigen vorgefundenen Büsten und colorierten Lithogra- fien, weiters jene Bücherkästen, in denen die an sie geschenkten Bücher auf- gestellt waren, sowie die „Einrichtungsstücke im Bibliothekslocale, die […] seinerzeit von einem Privatgut Seiner Majestät [Kaiser Ferdinands] gestellt wurden“. Alle übrigen Möbel seien zunächst (reserviert für die Privatbiblio- thek Franz Josephs) an einem sicheren Ort aufzubewahren.889 Die Bevor- zugung böhmischer Institutionen ist evident, hatte Kaiser Ferdinand doch dort – nicht zuletzt durch die Wahl von Prag als seinen Alterssitz – höchstes Ansehen genossen. Im darauffolgenden Jahr erhält die Landstraßer k. k. Oberrealschule in Wien, ebenfalls aus dem Nachlass Ferdinands, mehrere optisch-physikali- sche Apparate wie einen Zylinderspiegel mit zwölf dazugehörigen katoptri- schen Anamorphosen, eine „Camera lucida“ nach William Hyde Wollaston, ein archromatisches Glasprisma mit einem Glaskegel sowie ein Plagioskop von Johann Friedrich Voigtländer.890 Neben dem ersten Skriptor Carl Post hatte auch der Buchhaltungsbeamte Alois Post (vermutlich ein Bruder) sowie der pensionierte Bibliotheksdiener der Ferdinandea, Rudolf Churan [oder Kuran] an der Übersiedelung mitge- wirkt. Sie erhalten dafür 200 fl. bzw. 50 fl. als Remuneration.891 Alois Post tritt noch einmal im November 1875 in Erscheinung, als er im Namen der in Prag verbliebenen Kaiserin-Witwe Maria Anna um die Retournierung eines Thomas Ender zugeschriebenen Aquarells, „Kaiser Ferdinand mit Strohhut“ aus den 1830er Jahren bittet, welches zusammen mit dem Nachlass eben- falls nach Wien transportiert worden ist. Der Bitte wird umgehend entspro- chen.892 Anfang des Jahres 1876 kann Becker die vollzogene Aufstellung der über- nommenen Bücher in den adaptierten Bibliotheksräumlichkeiten und den Beginn der (neuerlichen) Katalogisierung verkünden, die noch einige Mo- nate in Anspruch nehmen werde. Da die „Prager Erbschaft“ nun Teil der franzisko-josephinischen Privatbibliothek geworden sei und erhebliche Kosten (Adjustierung, Komplettierung) verursache, bittet der Bibliotheks- vorstand um Erhöhung der seit 1871 bewilligten Dotation (jährlich 600 fl.) auf 3.000 fl., da etwa auch die Kunstblättersammlung (nun auf etwa 10.000 889 Ebenda, fol. 10–14 (Empfangsbestätigungen und Danksagungen liegen bei). 890 Ebenda, fol. 35r–v. 891 Ebenda, fol. 13v. 892 FKBA28020. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Title
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Subtitle
Metamorphosen einer Sammlung
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1073
Categories
Geschichte Chroniken
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