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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Page - 303 -
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Page - 303 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK UND DIE PRIVATBIBLIOTHEK FRANZ JOSEPHS 303 verblieb die Verwaltung jener Kasse, die mit der Verrechnung der Einnah- men und Ausgaben des ebenso im Besitz Ferdinands stehenden Falken- stein’schen Fideikommisses betraut war und die nicht nur zeitgenössisch, sondern auch im folgenden Abriss als Fideikommisskasse bezeichnet wird. Ihre Entstehung wurde bereits im vorangegangenen Abschnitt skizziert. In diesem Zusammenhang sei jedoch vor Verwechslungen gewarnt; die Fidei- kommisskasse hat nichts mit der Kasse der Fideikommissbibliothek zu tun, in die bis 1853 die für die Bibliothek bestimmte Dotation zur Gänze geflos- sen war und aus der, ebenfalls bis dahin, (mit Ausnahme der Gehälter) alle Ausgaben für die Fideikommissbibliothek bestritten worden waren. Sie wird im Text als Bibliothekskasse bezeichnet und ist somit die fünfte und letzte der relevanten Kassen in diesem Zusammenhang. Der Privatsekretär Ferdinands, Intendant Franz Geringer, regt 1866 an, die Verwaltung der ferdinandeischen Privatkasse in Wien und jene der (Fal- kenstein’schen) Fideikommisskasse aus Gründen einer Kostenersparnis zu vereinen, „weil es für den dortigen Zweck [in Prag] vollkommen entsprechen würde, wenn der jedesmalige Monats Ausweis die Gebarung beider Kassen cumulativ enthält.“ Fondskassen-Direktor Scharff spricht sich jedoch klar dagegen aus, da das Einsparungspotential vernachlässigbar gering sei und die Fideikommisskasse aufgrund einer kaiserlichen Resolution ohnehin bestehen bleiben müsse. Außerdem würde es „eine dreyfache Arbeit verur- sachen“, sollte späterhin wiederum eine Trennung der beiden Kassen an- befohlen werden. Geringer gestattet daraufhin, „daß die bisherige Verrech- nungsart fort bestehe“.978 Bevor wir uns wieder den Finanzen der Fideikommissbibliothek im Detail zuwenden, noch eine ausblickhafte Notiz am Rande: Franz Joseph hatte sich schon unmittelbar nach dem Tod seines Sohnes Rudolf 1889 mit der Ver- teilung seines Privatvermögens beschäftigt. Wie Christoph Schmetterer in seiner Abhandlung über die letztwilligen Verfügungen des Langzeit-Kaisers darlegt, war zu erwarten, dass durch den frühen Tod des Kronprinzen (und einzigen Sohnes), Thronfolge und zivilrechtliche Erbfolge bei Franz Josephs Ableben dereinst auseinanderfallen würden.979 Als der schließlich nachrü- ckende Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand sich 1900 nicht ebenbürtig verehelichte und die dieser Ehe entstammenden Kinder somit keine Suk- zessionsrechte hatten, war dieselbe Situation nach Franz Ferdinands Tod neuerlich zu erwarten. Franz Joseph mag sich hier wohl an den Beginn sei- nettskanzlei, Direktionsakten, Kt. 6, 9–1871, Übersicht vom 09.01.1866, dem Schreiben vom 31.10.1865 beigelegt. 978 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF Ä.R., Kt. 11, Fasz. „Sonstige Acten 1852–1874“, 7/1866. 979 Schmetterer, Verfügungen. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Title
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Subtitle
Metamorphosen einer Sammlung
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1073
Categories
Geschichte Chroniken
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