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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK UND DIE PRIVATBIBLIOTHEK FRANZ JOSEPHS 325
fern, war es für Becker natürlich ungleich einfacher, diese Geldmittel nach
seinem Gutdünken einzusetzen.
Anfang 1874 ist das Sonderbudget für den gedruckten Katalog von
6.000 fl. beinahe vollständig aufgebraucht und Becker legt Rechenschaft da-
rüber ab. Für die Adjustierung älterer, nicht gebundener Werke und die Res-
taurierung eines „Malachit-Dintenzeug[s] [Schreibzeug] der Kaiserin Maria
Theresia1048“ wurden 1.831 fl. 82 kr. aufgewendet und der Druck von 200 Ex-
emplaren des ersten Bandes des Katalogs zu je 53 Druckbögen samt eines
Porträts des Kaiser Franz als Frontispiz schlug mit 4.076 fl. zu Buche, was
einen Gesamtaufwand von 5.907 fl. 82 kr. ergibt.1049 Zugleich wird eine Kos-
tenschätzung für die zu diesem Zeitpunkt bereits geplanten weiteren beiden
Bände überreicht, die Becker mit insgesamt 13.100 fl. ansetzt.1050 Das Geld
wird den prognostizierten Erscheinungsterminen gemäß in zwei Tranchen
zu je 6.550 fl. für 1874 und 1875 genehmigt. Die tatsächliche Ausbezahlung
erfolgt wie beim ersten Band „in Theilbeträgen, wie solche gefordert wer-
den“.1051
Die Arbeiten am Katalog machen die vorübergehende Einstellung eines
weiteren Hilfsarbeiters notwendig. Anstelle des pensionierten Kustos’, Ge-
org Thaa, wird Eduard Pino-Friedenthal als provisorische Schreibkraft zum
üblichen Honorar von monatlich 50 fl. angestellt, weshalb man die Dotation
für Handauslagen auf monatlich 170 fl. (jährlich 2.040 fl.) erhöht.1052
Das Jahr 1875 stellt den vorletzten Meilenstein im Betrachtungszeitraum
dieses Abrisses dar. Der am 29. Juni in Prag verstorbene Kaiser Ferdinand
vererbt seine Privatbibliothek testamentarisch seinem Neffen Franz Joseph.
Dessen bislang eher kleine Sammlung erhält dadurch einen bedeutenden
Zuwachs, der natürlich auch höhere Erhaltungskosten bedingt. Zahlreiche
Fortsetzungswerke müssen beständig ergänzt und etwa 10.000 Kunstblätter
(zumeist Aquarelle) entsprechend adjustiert werden. Becker bittet daher, die
seit 1871 bewilligte Dotation von 600 fl. für laufende Bibliotheksausgaben
für das Jahr 1876 um stattliche 2.400 fl. auf 3.000 fl. zu erhöhen.1053 Der Bü-
cherzuwachs sprengt zudem die Kapazität des zweiten Bandes des gedruck-
ten Katalogs, weshalb dieser auf zwei Teilbände erweitert werden muss. Von
den 6.550 fl. für den zweiten Band ist jedoch bereits der Großteil verausgabt
1048 Vgl. Anm. 825.
1049 FKBA27086.
1050 FKBA27087, fol. 1r–v. 10.500 fl. für den Druck des Textes, 600 fl. für die beiden Frontispize
Kaiser Franz Josephs und Kronprinz Rudolfs sowie 600 fl. für die Einbände.
1051 Ebenda, fol. 2r.
1052 FKBA27085, fol. 9r–v.
1053 1.000 fl. zur Komplettierung der neu hinzugekommenen Fortsetzungswerke und 1.400 fl.
zur Adjustierung der Kunstblätter sowie Instandsetzung schadhafter Bucheinbände.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Title
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Subtitle
- Metamorphosen einer Sammlung
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1073
- Categories
- Geschichte Chroniken