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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK UND DIE PRIVATBIBLIOTHEK FRANZ JOSEPHS 331
die endgültige Zusammenführung aller ehemaligen Privatbibliotheken zur
Familien-Fideikommissbibliothek benötigt (3.240 fl., monatl. 270 fl.).
Becker hat zwar auch für die von der Fideikommisskasse verwalteten
Gelder Rechenschaft abzulegen (mit Ausnahme der aktiven Gehälter und
Pensio nen), ist selbst jedoch nur für die Buchführung jener Mittel verant-
wortlich, die über die Bibliothekskasse abgewickelt werden. Dazu gehört
neben der Dotation für laufende Bibliotheksausgaben sowie den minima-
len Rabattgeldern auch jenes separat zu verrechnende Budget, das Franz
Joseph aus seiner Privatkasse für seine Privatbibliothek in der Höhe von
jährlich 600 fl. gewährt hatte. Als der Kaiser 1875 die Ferdinandea erbt und
seiner Privatbibliothek einverleiben lässt, ist der finanzielle Aufwand für die
adäquate Adjustierung und Komplettierung des Prager Bestandes so hoch,
dass die letztgenannte Dotation für 1876 auf 3.000 fl. und für die beiden
Folge
jahre gar auf 3.500 fl. aufgestockt werden muss.
5.11 Personal
Es ist ein erfreulicher Umstand für die Forschung, dass das sammlungsei-
gene Quellenmaterial zum Personal der Fideikommissbibliothek reichhaltig
vorhanden ist. Dieser Thematik wurde deshalb schon im ersten Band dieser
Reihe eine entsprechende Würdigung zuteil, die in der gegenwärtigen Pu-
blikation ihre Fortsetzung finden soll. Zufallsfunde im Bestand der kaiser-
lichen Kabinettskanzlei im Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchiv ermögli-
chen zudem einen Blick hinter die Kulissen und beleuchten das Handeln der
durch Khloybers Verhalten alarmierten kaiserlichen Beamten in Wien und
Prag, deren interne Aktivitäten und informelle Absprachen aus den Akten
des Bibliotheksarchivs nie zutage getreten wären.
5.11.1 Ära Khloyber
Die personelle Zusammensetzung des für die beiden Privatbibliotheken zu-
ständigen Mitarbeiterstabs, wie sie sich 1848 darstellt (Abschnitt 3.8), bleibt
für die Folgejahre gleich und verändert sich erst im politischen Schicksals-
jahr 1866 wieder. In der Zwischenzeit sind nur Marginalien erwähnenswert,
die vor allem die Gehälter oder finanzielle Zulagen betreffen. Im März 1852
wird beispielsweise den beiden Töchtern des 1836 verstorbenen Kustos’,
Eduard Frister, Amalie und Blanca, ein jährliches Gnadengehalt von jeweils
100 fl. C.M. seitens der ferdinandeischen Privatkasse in Wien bewilligt.1073
1073 FKBA26019.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Title
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Subtitle
- Metamorphosen einer Sammlung
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1073
- Categories
- Geschichte Chroniken