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DREI KAISER – DREI
BIBLIOTHEKEN354
Offizials mit 1. April 1871 an Carl Post mit dem von Josef Thaa zuletzt be-
zogenen Gehalt verleihe. Ferdinand führt also das aus, was Franz Joseph
zuvor entschieden hat. Geringer erwähnt auch den Passus im Anstellungs-
dekret, wonach Post ebenso in der Privatbibliothek Franz Josephs zu ver-
wenden sei.1147 Damit wird sogleich der kaiserliche Befehl ausgeführt, der
bereits einige Tage zuvor – am 10. März 1871 – kommuniziert worden ist,
dass nämlich „die Beamten und Diener der k. k. Familien-Fideikommiß-Bib-
liothek […] sich wie bisher auch in der Allerhöchsten [franzisco-josephini-
schen] Privatbibliothek zu verwenden haben und es wird diese Verpflichtung
für die Zukunft in den auszufertigenden Anstellungsdekreten ausdrücklich
aufzunehmen sein.“1148
Im Juni 1872 sieht sich Becker genötigt, im Namen seiner Mitarbeiter um
einen Teuerungszuschuss zu bitten, wie ihn sowohl die Staats- als auch die
Hofbeamten aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten und im Beson-
deren des Wohnungszinses bereits erhalten hatten. Des Weiteren ergreift er
für den zweiten Bibliotheksdiener Zörner Partei, der sich bald nach seinem
Amtsantritt verehelicht hat und deshalb seine Ein-Personen-Naturalwohnung
in der Hofburg räumen muss. Das Eingehen einer Ehe habe Becker ihm nicht
verwehren können, da „in seiner Dienstinstruction so wie den Dienstesobli-
genheiten der Bibliotheksdiener dafür nicht der geringste Anhaltspunct zu
finden ist, [und] die [bisherigen] Bibliotheksdiener […] durchwegs verheiratet
waren“. Da Zörner mit Beckers Genehmigung ein Quartier in der Vorstadt
bezogen hat, bittet der Vorsteher nun um die übliche Zulage für ihn. Ferdin-
and gewährt mit 1. März 1872 sowohl die Teuerungsbeiträge nach Maßgabe
der Vorschriften für Staatsbeamte und Diener (Becker 283 fl. 50 kr., Thaa
220 fl. 50 kr., Post 189 fl., Zörner 157 fl. 50 kr. u. Elsner 112 fl. 50 kr.1149) als
auch 120 fl. Quartiergeld für Zörner rückwirkend seit Dienstantritt (Februar
1870).1150 Da die Teuerung offenbar eine Adaptierung des Gehaltsschemas der
gesamten kaiserlichen Beamtenschaft erfordert, bittet Becker Kabinettsdirek-
tor Braun zu Weihnachten 1872 „um gütige Verwendung Allerhöchsten Ortes,
dass die Beamten und Diener der k. k. Familien- und Privatbibliothek in Be-
zug auf die mit ihrer Anstellung verbundenen Bezüge nach denselben Normen
behandelt werden, wie sie Seine Majestät in der jüngsten Zeit für das gesamte
Personal des allerhöchsten Hofstaates zu genehmigen geruhet haben“.1151
1147 Ebenda, fol. 9r–v.
1148 FKBA27004, fol. 3r.
1149 Wien, ÖStA, HHStA, Kabinettskanzlei, Direktionsakten, Kt. 8, 15–1873, Anhang zum
Schreiben vom 13.01.1873.
1150 FKBA27042.
1151 FKBA27050.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Title
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Subtitle
- Metamorphosen einer Sammlung
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1073
- Categories
- Geschichte Chroniken