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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Page - 443 -
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Page - 443 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 443 halber der Büchereinkauf voraussichtlich geringer sein dürfte, überdies die Gewährung von Rabatt seitens des Buchhandels immer mehr eingeschränkt wird. Da nun diese für den Handeinkauf von Büchern und Kunstblättern, ins- besondere von Porträten, bestimmten Gelder für die Bibliothek unentbehrlich sind, und sie gerade dieser Art des Einkaufes die seltensten und wertvollsten Acquisitionen zu billigeren Preisen zu verdanken hatte, [so sei] […] zum Zwe- cke des Handeinkaufs ein mit Ende 1895 zu verrechnender Vorschuss von 500 Gulden [notwendig].“34 Dieser Betrag wurde von Generaldirektor Chertek gewährt, und zwar „zu Lasten der Präliminars-Post ‚Nachschaffungen von Werken‘ […] Aus diesem Vorschusse wird nunmehr der früher ganz aus den Rabatten bestrittene Handeinkauf von Porträts, Kunstwerken, Antiquarischen Werken etc. vor- zunehmen sein“.35 Im Verwaltungsbericht des folgenden Jahres schlug Karpf vor, die Rabatt- gelder nicht mehr separat zu verrechnen, „weil diese Gelder sowohl ihrer Verwendung als auch ihrer Entstehung nach einen Theil der Dotation zur Nachschaffung von Werken bilden.“ Die im Anschluss dargelegte Vorgehens- weise entspricht den heutigen Usancen bei Gewährung von Rabatten: Die Restsumme von 183 fl. 87 kr. der bisherigen Rabattgelder soll an die Fonds- kasse abgeführt werden; die Buch- und Kunsthändler sollen in Zukunft die Nachlässe unmittelbar auf ihren Jahresrechnungen „in ersichtlicher Weise in Abzug“ bringen und nur mehr den daraus resultierenden Restbetrag ver- rechnen.36 Ein solches Verfahren wäre vom buchhalterischen Standpunkt zweifellos eine Vereinfachung und Modernisierung gewesen. Doch ist der gesamte Abschnitt im Konzept des Verwaltungsberichtes durchgestrichen und in der abgegebenen Fassung auch nicht mehr enthalten. Tatsächlich hat aber dann Generaldirektor Emil von Chertek in seinem Antwortschreiben zur Rechnungslegung selbst den Vorschlag gemacht, „ob es nicht angezeigt wäre, den Rabatt nicht mehr von den Buchhändlern an die Bibliothek abfüh- ren, sondern jeweilig gleich bei Bezahlung der bezüglichen Rechnungen in Abzug bringen zu lassen, durch welchen Vorgang dann blos die Netto-Aus- gabs-Summe zur Verrechnung gelangen würde.“37 Diese Vorgehensweise wurde dann auch im Jahr 1896 umgesetzt, womit in Zukunft die separate Verrechnung der Rabattgelder entfiel.38 34 FKBA34136, fol. 1r–v. 35 FKBA34136, fol. 18r–v. 36 FKBA35001, fol. 2r. 37 FKBA35003, fol. 22r–v. 38 FKBA35065, fol. 2r; vgl. auch FKBA35067, fol. 1r. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Title
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Subtitle
Metamorphosen einer Sammlung
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1073
Categories
Geschichte Chroniken
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