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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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Page - 450 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM450 eine Gehaltsverbesserung und die Verleihung des Titels eines Kustos oder kaiserlichen Rates.56 Doch darauf konnte zunächst, wie Chertek sich aus- drückte, „in dem gegenwärtigen Euerer Wolgeboren nicht unbekannten vor- bereitenden Stadium einer Reorganisierung der Bibliothek nicht eingegan- gen“ werden.57 Denn mit 1. Jänner 1907 trat ein neues „Regulativ über den Personalstand und die Besoldungen der Beamten und Diener der Fideicom- miss-Bibliothek“ in Kraft, das der Kaiser mit Entschließung vom 21. Sep- tember 1906 genehmigt hatte. Schnürer wird darin zum „Bibliothekar und Vorstand“, Jurezcek zum Kustos ernannt.58 Vier Jahre später wurde das „Regulativ“ noch einmal erneuert, wobei allerdings nur die Quartiergelder erhöht wurden.59 Am 26. Juni 1912 wurde Schnürer schließlich zum Direk- tor befördert, ohne dass damit eine Änderung in seinen Bezügen verbunden war.60 Der Status, den Karpf und Schnürer innerhalb der Bibliothek erreich- ten, war nicht der gleiche, wenngleich beide als soziale Aufsteiger im Rah- men ihrer beruflichen Karriere betrachtet werden können. Diese Differenz war sowohl die Folge ihrer unterschiedlichen Persönlichkeiten als auch, und zwar mehr noch, ihrer Beziehung zu Generaldirektor Emil von Cher- tek. Der etwas weltfremde und zugleich ängstliche Alois Karpf wurde von seinem Vorgesetzten nämlich nicht sehr geschätzt und hatte es zugleich schwer, sich gegenüber den ihm untergebenen Beamten den nötigen Res- pekt zu verschaffen. Andererseits konnte Schnürer bereits gegen Ende der 1890er Jahre eine besondere Vertrauensbasis zu Chertek aufbauen und dis- kutierte mit diesem hinter Karpfs Rücken zahlreiche für die weitere Ent- wicklung der Fideikommissbibliothek wichtige Themen. Diese um die Jahr- hundertwende typische Situation innerhalb der Sammlung begleitete eine für ihre zukünftige Ausgestaltung prägende Phase. Überhaupt kann man sagen, dass durch den Umstand, dass die Sammlung vor Schnürers Über- nahme der Leitung keine kompetente, integrative und durchsetzungsfähige Führungspersönlichkeit besaß, vieles von Zufällen und vom Wechselspiel der Aktivitäten mehrerer Akteure abhing. Denn hinter und neben Karpf und Schnürer gab es noch eine Reihe anderer mehr oder weniger interes- 56 FKBA37133, fol. 3r. 57 FKBA37133, fol. 10v. 58 FKBA37170. 59 FKBA38261, gültig ab 01.01.1911 nach Entschließung vom 18.11.1910. Generaldirektor Hawerda-Wehrlandt hatte daraufhin bestimmt, dem Kaiser für die „allergnädigst zuge- wendeten mehrfachen Benefizien“ in einer Audienz am 12.12.1910 zu danken, bei der die Vorstände der Fondsadministrationen (und somit auch Schnürer) in Paradeuniform anzu- treten hatten (fol. 5r). 60 FKBA40059. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Title
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Subtitle
Metamorphosen einer Sammlung
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1073
Categories
Geschichte Chroniken
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