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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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Page - 514 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM514 Privatperson eingesandtes Geschenk anzunehmen, war offensichtlich die Auffassung, dass dieses in die Sammlung passte und ihre Bestände sinn- voll ergänzte. Hinzu kommt, dass unter Becker die Tendenz vorherrschte, Aus triaca zu sammeln. Die Annahme von Geschenken erfolgte jedenfalls selektiv und hing vom Gutdünken des Sammlungsleiters ab. Becker war allerdings auch gezwungen, unpassende Bücherspenden auszusondern, da in der Fideikommissbibliothek bis zur Übersiedlung 1890/91 gravierender Raummangel herrschte. Nach dem Ableben Beckers im Jahr 1887 ändert sich der Umgang mit Gratiszuwendungen von neuem. Betrachtet man die Jahreszuwachsstatis- tiken (vgl. Tabelle 1), so fällt auf, dass die Gratiszuwendungen seit 1889 merklich zurückgingen und dass dieser Einbruch bei den Zahlen der ge- schenkweise angenommenen Wekre bis etwa 1895 andauerte. Offensichtlich korreliert er mit der Dauer der Amtszeit von Josef von Zhishmans als Direk- tor. Wir werden diese Entwicklung wieder entlang der in den Akten doku- mentierten Fallbeispiele verfolgen. Lehrreich ist in diesem Zusammenhang zunächst der Fall des Archivars der Stadt Épinal (Département Vosges) Charles Ferry. Dieser hatte ein mehr- bändiges Inventar des Archives der Stadt im Februar 1888 an die Kabinetts- kanzlei gesandt, um es Kaiser Franz Joseph als Geschenk anzubieten.279 Von dort wurde das Paket an das Oberstkämmereramt weitergeleitet, das die Eingabe Ferrys der Fideikommissbibliothek mitteilte. Die Aufnahme in einen literarischen Vortrag des Oberstkämmerers zwecks Erwirkung der „al- lerhöchsten Annahme“ war wegen der vorschriftswidrigen Einsendung nicht möglich. Bibliotheksdirektor Zhishman hingegen dachte gar nicht daran, die Inventare als Gratiszuwendung für die Sammlung anzunehmen, sondern sandte sie an Ferry mit der Begründung zurück, dass ein Ankauf dieses Wer- kes für die Fideikommissbibliothek nicht in Frage käme.280 Aufgrund die- ser Vorgänge könnte man schließen, dass Gratiszuwendungen direkt an die Fideikommissbibliothek vom Oberstkämmereramt zwar prinzipiell für mög- lich erachtet, von Zhishman aber nicht in Betracht gezogen wurden. Genau das wird durch die Reaktionen auf weitere Zusendungen bestätigt. Am 13. November 1889 wurde der Fideikommissbibliothek vom Leiter des k. k. Gradmessungsbureaus, Edmund Weiss, der erste Band der Reihen- publikation dieses Instituts übersandt, ohne dass dem Begleitschreiben die Absicht einer persönlichen Widmung an den Kaiser zu entnehmen wäre.281 279 FKBA32011. Der Sendung war ein ziemlich salopp formulierter Brief Ferrys an den Kaiser beigefügt, der dem Akt beiliegt. 280 FKBA32011, fol. 2–3. 281 FKBA32074, fol. 1r. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Title
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Subtitle
Metamorphosen einer Sammlung
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1073
Categories
Geschichte Chroniken
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