Page - 535 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 535
der Fideikommissbibliothek im Jahr 1887 zwei Bände zugekommen waren,
nachdem der Kaiser der Gesellschaft beigetreten war. Noch lieferbare Bände
erhielt die Sammlung daraufhin zu einem reduzierten Preis,371 die vergrif-
fenen ersten beiden Bände der „Schriften“ wurden zwar 1903 nachgedruckt
und der Fideikommissbibliothek angeboten, aber anscheinend nicht ange-
kauft.372 Doch Anfang des Jahres 1907 ergab sich eine Möglichkeit die beiden
Schriftenreihen ohne Kostenaufwand zu vervollständigen: Über Vermittlung
des Oberstkämmereramtes wurden der Fideikommissbibliothek die ihr noch
fehlenden Jahrgänge der „Schriften“ und „Jahrbücher“ der Goethe-Gesell-
schaft von der Großherzoglichen Bibliothek in Weimar zur Verfügung ge-
stellt sowie ein vollständiges Exemplar der von der Großherzogin Sophie
herausgegebenen historisch-kritischen Ausgabe der Werke Goethes (sog.
„Sophienausgabe“). Als Gegengabe bekam die Weimarer Bibliothek sämtli-
che Bände des „Jahrbuches der kunsthistorischen Sammlungen des Aller-
höchsten Kaiserhauses“ vom Oberstkämmereramt.373 Schließlich erhielt die
Fideikommissbibliothek im Dezember 1892 durch ein gezieltes Ansuchen
noch den fehlenden fünften Band des Werkes „Notitia Hungariae novae“
vom Grafen Eugen Zichy, den dieser auf eigene Unkosten in einer limitierten
Auflage von 100 Exemplaren hatte drucken lassen.374 Im Unterschied zu den
abgestuften Reaktionen, die Becker auf solche, gewissermaßen systematisch
veranlasste Schenkungen folgen ließ, gab es unter Zhishman durchwegs nur
noch einfache Dankesschreiben seitens der Direktion.
Aus der Zeit der Leitung der Bibliothek durch Alois Karpf (1894–1906)
sind Maßnahmen zur Komplettierung von Reihen und mehrbändigen Wer-
ken nicht bekannt. Erst unter Schnürer wurde dazu noch einmal die Initia-
tive ergriffen, und zwar erneut deshalb, weil bei der durch ihn in die Wege
geleiteten Revision der Gesamtbestände Lücken zutage traten. Im Oktober
1910 wurden einige fehlende Bögen in der Zeitschrift „Magyar Történeti
Életrajzok“, die eine Lebensbeschreibung Miklós Zrínyis von Károly Széchy
enthalten, angeschafft.375 Im Jahr wurde 1911 wurde der Bestand folgender
Reihen und mehrbändiger Werke durch gezielte Anfragen komplettiert:376
„Abhandlungen der historischen Klasse“, „Abhandlungen der philoso-
phisch-philologischen Klasse“, „Sitzungsberichte der philosophisch-philologi-
schen und historischen Klasse“, „Monumenta Boica“ und „Deutsche Reichs-
371 FKBA32086.
372 FKBA36190.
373 FKBA37175.
374 FKBA33164.
375 FKBA38246.
376 In Klammern die jeweils herausgebenden Institutionen bzw. Bezugsquellen, sofern deren
Name nicht bereits aus der Publikation ersichtlich ist.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Title
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Subtitle
- Metamorphosen einer Sammlung
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1073
- Categories
- Geschichte Chroniken