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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM540 herausgegebenen Kartenwerke richtete, wurde ihm allerdings mitgeteilt, dass „die Verabfolgung von Freiexemplaren prinzipiell nicht stattfindet“. Stattdessen konnte die Fideikommissbibliothek die begehrten Landkarten zum halben Ladenpreis erwerben.401 Maßnahmen zur Komplettierung der Porträtsammlung Am deutlichsten kristallisiert sich das Bestreben nach Vervollständigung als Ankaufsstrategie bei der Porträtsammlung heraus. Auch hier gingen die Impulse von Moritz von Becker aus. Wie im ersten Beitrag dieses Buches näher ausgeführt, hatte er sich bereits kurz nach seinem Amtsantritt um eine möglichst lückenlose Komplettierung der grafischen und fotografischen Porträts der zeitgenössischen Mitglieder des Herrscherhauses bemüht.402 Zugleich wollte Becker auch eine schon in den späten 1820er Jahren unter Kaiser Franz I. verfolgte Strategie wiederbeleben, nach der die Vervollstän- digung der gesamten Porträtsammlung durch entsprechende Akquisitionen der k. u. k. Missionen im Ausland vorangetrieben werden sollte.403 Dieses Projekt hatte zunächst zwar keine Konsequenzen, wurde aber zehn Jahre später wieder aufgegriffen. Ende Jänner 1880 verfasste Becker den Entwurf einer Eingabe an das Außenministerium, mit der die für die Erwerbung von Bildnissen für die Porträtsammlung notwendige Anweisung an die Botschaf- ten, Gesandtschaften und Konsulate vorbereitet werden sollte.404 Sie enthält ein paar einleitende Erläuterungen zur Sammlung und Instruktionen für den Ankauf sowie einen Verweis auf den Präzedenzfall von 1828. Um seinem Anliegen zusätzliches Gewicht zu verleihen, erwähnte Becker auch, dass die Porträtsammlung seit seinem Amtsantritt zunehmend als „Fundgrube“ für Illustrationen in historischen Publikationen und als Vorlagensammlung für Statuen und Reliefs der Bauten der Ringstraße benutzt wurde. Gleichzeitig verfasste er ein Schreiben an Kabinettsdirektor Braun, in dem er um Erwir- kung der kaiserlichen Bewilligung für sein Anliegen bat und dem das Kon- zept für die Eingabe an das Außenministerium beigegeben wurde.405 Becker fühlte sich dabei bemüßigt, zu erklären, warum er erst jetzt an die Verwirk- lichung seines Vorhabens schritt, das er bereits in seinem Arbeitsprogramm vom September 1870 vorgeschlagen und das der Kaiser unter der Vorausset- 401 FKBA30009, fol. 3r; vgl. auch FKBA31022. 402 Vgl. dazu den Beitrag von Thomas Huber-Frischeis in diesem Band, Abschnitt 5.6.5. 403 Vgl. dazu Poch, Porträtstichsammlung, 120–128; Huber-Frischeis/Knieling/Valenta, Pri- vatbibliothek, 523. 404 FKBA29051, fol. 2r–3r (Konzept). 405 FKBA29051, fol. 4r–5r. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Title
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Subtitle
Metamorphosen einer Sammlung
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1073
Categories
Geschichte Chroniken
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