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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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Page - 543 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 543 Ewald Kostersitz, nachdem Becker den letzteren um sein und seiner Vor- gänger Porträts gebeten hatte, soweit diese nicht bereits in der Sammlung vorhanden waren. Dubletten älterer Bildnisse konnten zwar nicht zur Ver- fügung gestellt werden; auf Beckers Angebote zur Aufwandsentschädigung (Barzahlung oder Dublettentausch) ging der Probst allerdings auch nicht ein.414 – Bei einem Antiquar in Zürich erwarb die Fideikommissbibliothek 1884 größere Mengen an Bildnissen von Schweizer Persönlichkeiten, um die Bestände der Porträtsammlung auch in diese Richtung zu vervollstän- digen.415 – Aus dem Jahr 1911 ist ein erfolgreicher Versuch der Beschaffung von Porträts überliefert, die im Handel nicht erhältlich waren: Nach einer entsprechenden Anfrage ließ Fürst Karl Max von Lichnowsky fotografische Aufnahmen von Ölbildnissen dreier Mitglieder seines Hauses aus dem spä- ten 18. und frühen 19. Jahrhundert anfertigen. Wie Schnürer in der Anfrage mitteilte, wurde damals „auf die Vollständigkeit oesterreichischer Adelspor- träte besonderes Gewicht gelegt.“416 – Eher zufällig – anlässlich der Bestim- mung eines Porträtgemäldes aufgrund einer eingesandten Fotografie im Oktober 1914 – erfahren wir, dass man „in der letzten Zeit speziell die Ver- vollständigung der Gruppe ‚Ritter des Ordens vom goldenen Vließe‘ in der Porträtsammlung ins Auge gefasst hat“.417 – Unter Schnürer wurden auch gezielt lebende Personen um Überlassung ihrer Porträts gebeten, so etwa die Wiener Bürgermeister Karl Lueger, Josef Neumayer und Richard Weis- kirchner sowie der Oberbaurat und leitende Architekt des Hofburg-Neubaus Ludwig Baumann.418 Schließlich sei noch erwähnt, dass Ankäufe von Porträts zur Vervollstän- digung der Sammlung auch als Reaktion auf Anfragen erfolgten, durch die das Fehlen eines Bildnisses erst bemerkt wurde. 1899 wurde deshalb auf umständlichem Wege ein Porträt von Joseph Frauenhofer angeschafft, nach- dem zuvor die Photographischen Gesellschaft in Berlin um ein solches in der Fideikommissbibliothek für eine Reproduktion in einem Porträtwerk an- gesucht hatte und man es nicht hatte zur Verfügung stellen können.419 Als bei der Pferde-Ausstellung des Jahres 1905 Reiterbildnisse von Mitgliedern des Hauses Habsburg aus der Porträtsammlung ausgestellt werden sollten, musste die Fideikommissbibliothek erst eine ganze Reihe solcher Blätter 414 FKBA30113. 415 FKBA30114; FKBA31004, Rabattgelder, Ausgaben, Nr. 4. 416 FKBA39060, fol. 1r (Zitat) und passim. 417 FKBA42052. Der Bestand der Vliesritter umfasst zwei durch entsprechende Aufschriften gekennzeichnete Portefeuilles. 418 FKBA38160, FKBA38182, FKBA40077, FKBA41071, FKBA38203. 419 FKBA35220, vgl. dazu FKBA35152. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Title
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Subtitle
Metamorphosen einer Sammlung
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1073
Categories
Geschichte Chroniken
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