Page - 586 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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KAISERLICHES INSTITUT UND
ERINNERUNGSRAUM586
wenn es gelänge, die Localitätenfrage in einer dem angedeuteten Projecte
entsprechenden Form zur Lösung zu bringen.“586 Dass diese Aussage schließ-
lich der Auslöser für die oben zitierte Mitteilung des Oberstkämmerers an
den Obersthofmeister war, muss wohl nicht eigens betont werden.
Parallel zu diesen Kommunikationswegen verlief jedoch noch ein weiterer
Informationsfluss, der das Verständnis des Prozesses der Entscheidungsfin-
dung zusätzlich verfeinert. Chertek hatte am 4. März 1899 nicht nur an das
Oberstkämmerer-, sondern auch an das Obersthofmeisteramt eine Note ge-
richtet. Dabei wurde das oben erwähnte, ursprünglich für die Ausfolgung im
Jänner 1897 gedachte Konzept verwendet, ergänzt um einige Anmerkun-
gen des Generaldirektors zu den neuesten Entwicklungen: Man hätte „mitt-
lerweile die Eventualität der Unterbringung der Bibliothek innerhalb des
Burggebäudes sei es nach vorheriger administrativer Vereinigung derselben
mit d. Hofbibliothek sei es unter Aufrechterhaltung der Selbständigkeit der
Fid. C. B. ins Auge gefaßt“. Auch hier wurde das Schnürer’sche Memoire
übermittelt und schließlich die Auskunft erbeten, „ob u. in welcher Art die
Unterbringung d. F. K. Bibl. in den Räumen des Burg-Gebäudes als in dem
Bereiche der Möglichkeit liegend angesehen werden darf.“587 Das Obersthof-
meisteramt antwortete am 12. Juni 1899. Für das Habsburgermuseum wur-
den die Räumlichkeiten im Parterre des Ringstraßenflügels der Neuen Burg
zur Verfügung gestellt. Man erbat sich Angaben über den Umfang der hier
unterzubringenden Sammlungsbestände bzw. des der Hofbibliothek anzu-
gliedernden Teiles der Fideikommissbibliothek, um entsprechende Adaptie-
rungen vornehmen zu können.588
Auch das Oberstkämmereramt wurde über diese Mitteilung informiert.
Einfluss auf die Dynamik der weiteren Entwicklung hatte nun eine weitere
Note an die Generaldirektion, die der im Oberstkämmereramt amtierende
Hofrat Wilhelm von Weckbecker formuliert hatte und worin auf die „Klar-
stellung einiger Vorfragen“ gedrängt wird.589 Das konkrete Motiv war offen-
bar, dass Weckbecker es als gegeben ansah, dass „die Frage der künftigen
Gestaltung der k. und k. Familien-Fideicommiss-Bibliothek, beziehungs-
586 Wien, ÖStA, HHStA, OKäA, Allgemeine Akten Serie B (1746–1920), Kt. 749, R. 53, Z. 513
ex. 1899: Note Cherteks an Oberstkämmerer Hugo Graf Abensberg-Traun vom 04.03.1899,
[fol. 2r].
587 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, S.R., Kt. 17,2, Z. 1482 ex. 1896, Note der Generaldirektion an
das Obersthofmeisteramt vom 04.03.1899 (Konzept).
588 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, S.R., Kt. 17,2, Z. 2543 ex. 1899, Note des Obersthofmeister-
amtes an die Generaldirektion vom 12.06.1899, Z. 2183.
589 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, S.R., Kt. 17,2, Z. 3294 ex. 1899, Note des Oberstkämmerer-
amtes an die Generaldirektion vom 28.07.1899, Z. 1153. Alle nachfolgenden Zitate ent-
stammen, wenn nicht anders angegeben, diesem Schreiben.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Title
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Subtitle
- Metamorphosen einer Sammlung
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1073
- Categories
- Geschichte Chroniken