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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 597
Hofbaucomité übermittelten Skizzen genehmigte.616 Verschiedene kleinere
Änderungen, die die Aufstellung der Heizkörper, die Länge der Tische und
die Anbringung von Sicherheitsgittern an den unteren Kästen betrafen, wur-
den aber vom ihm eingefordert. Vor allem aber mussten die „Kästen die für
Normalkästen vorgesehenen, dem Hofbaucomité bereits bekannten Dimen-
sionen und verstellbaren Bretter erhalten, um den Bibliothekszwecken zu
genügen“. Nach dem genehmigten Entwurf sollten im Lesesaal eiserne Ga-
lerien eingebaut werden, auf denen „noch anderweitige Bücherrepositorien
Platz finden werden“. Karpf wurde aufgefordert den Übersiedlungsplan im
Hinblick darauf zu ergänzen und „die bezüglichen Änderungen auch in den
rückfolgenden Übersiedlungsskizzen ersichtlich zu machen.“617 Aus dem Er-
lass geht außerdem hervor, dass in allen Räumen die bereits vorhandenen
Bücherkästen wiederverwendet werden sollten, mit Ausnahme des Lesesaa-
les, dessen Einrichtung vom Hofbaucomité zur Verfügung gestellt wurde. Im
Hinblick auf den Termin der Übersiedlung legte Chertek ausdrücklich fest,
dass diese „erst nach Fertigstellung sämmtlicher Räume zu erfolgen hätte,
und daß die neuen Localitäten der Bibliothek und der Zugang zu denselben
schon im Zeitpunkte der Übersiedlung von den übrigen Theilen der neuen
Hofburg räumlich vollständig abgetrennt sind.“618
Es ergab sich nun aber erneut eine unvorhergesehene Wendung. Am
21. Februar 1903 meldete die Generaldirektion an das Obersthofmeister-
amt, dass die für die Fideikommissbibliothek vorgesehenen Räume im Corps
de logis der Neuen Burg „dem Vernehmen nach […] anderweitigen Zwecken
zugeführt werden könnten, und für diesen Fall es sich neuerdings nur um
eine provisorische Unterkunft für die Bibliothek handeln würde“. Der An-
lass für diese recht kryptisch gehaltene Mitteilung war die Besichtigung
der Räumlichkeiten durch den Thronfolger Franz Ferdinand, der dabei „den
höchsten Wunsch auszusprechen geruht [hatte], in denselben höchstseine
Sammlungen aufstellen zu lassen“. Für das weitere Vorgehen bedeutete
dies, dass Chertek darauf drang, „vorläufig die Kosten für die Übersiedlung
der Bibliothek thunlichst einzuschränken.“619 Vor allem wurde angeordnet,
dass die Galerien und die neuen Kästen nicht auszuführen und anstelle der
letzteren „angeblich vorhandene Stellagen zu verwenden“ wären. Dabei han-
delte es sich um billige Bücherstellagen, die Karpf im Vorjahr für den Augus-
616 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, S.R., Kt. 17,2, Z. 352 ex. 1903: Note an das Obersthofmeister-
amt vom 26.01.1903.
617 FKBA36075, fol. 48v.
618 FKBA36075, fol. 48r.
619 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, S.R., Kt. 17,2, Z. 352 ex. 1903: Note der Generaldirektion an
das Obersthofmeisteramt vom 21.02.1903.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Title
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Subtitle
- Metamorphosen einer Sammlung
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1073
- Categories
- Geschichte Chroniken