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KAISERLICHES INSTITUT UND
ERINNERUNGSRAUM598
tinergang hatte anfertigen lassen und die zunächst an das Haus-, Hof- und
Staatsarchiv abgegeben worden waren.620
Am 1. April 1903 besichtigte Karpf zusammen mit dem der Burghaupt-
mannschaft unterstehenden Ingenieur Emanuel Fischer die Räumlichkeiten
im Corps de logis. Dabei wurden diese in unfertigem Zustand vorgefunden: Es
fehlten die Parkettböden, der Verputz, die Beleuchtungskörper und die Tür-
schnallen. Zugleich hatte die Bauleitung der Neuen Burg aber zugesagt, dass
mit der Übersiedlung am 14. April begonnen werden könnte, und die Benutz-
barkeit der Bibliotheksräume mit Ende dieses Monats zugesichert. Fischer,
der dem Bibliotheksleiter anscheinend als Berater in baulichen Fragen assis-
tierte, hielt „eine commissionelle Besichtigung der neuen Räume, an welcher
die Vertreter aller beteiligten Behörden und Ämter vielleicht auch bei seiner
Intervention theilzunehmen hätten, empfehlenswert.“621 Trotz der noch vor-
handenen Mängel in den zukünftigen Räumlichkeiten der Fideikommissbib-
liothek bat Karpf am Ende seines Berichtes um die Bewilligung, nun endlich
mit der Übersiedlung beginnen zu können, und wurde dafür postwendend von
Chertek zurechtgewiesen. Der Generaldirektor kritisierte außerdem, dass die
im Erlass vom 29. Jänner 1903 geforderte Überarbeitung der Grundrisspläne
noch nicht erfolgt wäre, und bestand zunächst auf der raschen Erledigung die-
ser Vorbedingung, welcher Karpf am 8. April nachkam.622
Am 9. Mai 1903 übertrug Chertek die Leitung der Übersiedlung dem in
der Generaldirektion der k. u. k. Familienfonde beschäftigten Regierungsrat
Anton Janka.623 Die eigentliche Übersiedlung wurde zwischen dem 16. Mai
und dem 13. Juni in der verhältnismäßig kurzen Zeit von nur 22 Arbeits-
tagen durchgeführt. Für die organisatorische Leistung zeichnete dabei in
erster Linie der Emanuel Fischer verantwortlich. Bis zum 5. September ar-
beitete man noch an der Aufstellung der Bibliothekskästen. Am 14. dieses
Monats wurden die Abschlussberichte von Karpf und Fischer an die Gene-
raldirektion übermittelt. Die Gesamtkosten betrugen nur 15.166 K., was,
verglichen mit den Ausgaben bei der Übersiedlung von 1890/91 (46.030 K.)
und bei der partiellen Auslagerung von Bibliotheksbeständen in den Augus-
620 FKBA36075, fol. 49v–51r; FKBA36163, fol. 3v: Vortrag Karpfs an die Generaldirektion vom
15.12.1902, worin erklärt wird, dass im abgelaufenen Jahr eine Tischlerrechnung über 785
Kronen und 80 Heller aus den Kanzleigeldern beglichen werden musste „für Bretterstella-
gen, welche im Augustinergang aufgestellt wurden, bevor der Übersiedlungstermin in die
Neue Hofburg bekannt war, dort übrigens für Herstellung neuer Kästen in Verwendung
kommen werden“.
621 FKBA36075, fol. 52r.
622 FKBA36075, fol. 54r–55r (Erlass v. 6. 4. 1903) u. FKBA36075, fol. 56r: Antwort Karpfs v.
08.04.1903 (Konzept).
623 FKBA36075, fol. 57.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Title
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Subtitle
- Metamorphosen einer Sammlung
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1073
- Categories
- Geschichte Chroniken