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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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Page - 604 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM604 de logis untergebracht werde, „was ich schon vor langer Zeit empfohlen habe.“642 Die Baubesprechung fand nach einer Terminänderung schließlich am 22. April statt; am 11. Mai übermittelte Schnürer der Generaldirektion ei- nen ausführlichen Bericht darüber.643 Franz Ferdinand hatte mittlerweile beschlossen, die Fideikommissbibliothek zukünftig im zweiten Obergeschoss des Corps de logis unterzubringen, und Schnürer wurden von der Baulei- tung entsprechende Planskizzen zur Verfügung gestellt. Auf deren Grund- lage hatte daraufhin Jureczek Berechnungen zum Platzbedarf für die Un- terbringung der Sammlung angestellt. Es ergab sich dabei, dass selbst bei großzügiger Verteilung die zur Verfügung stehende Wandfläche das für die Aufstellung sämtlicher Kästen erforderliche Längenmaß um gut 140 Lauf- meter überschritt, sobald alle Räume im zweiten Obergeschoss des Corps de logis in Betracht gezogen wurden. Die bereits vorhandenen Bücherkästen, die auch weiterhin aus Kostengründen wiederverwendet werden sollten, wa- ren zudem deutlich niedriger als die Raumhöhe (die Differenz betrug zw. 1,25 und 2.45 m), sodass nur ein Teil der zur Verfügung stehenden Wand- fläche ausgenutzt werden konnte. Dass die freie Aufstellung der Kästen in- mitten der Säle unter diesen Umständen diesmal kein Thema war, erübrigt sich. Nach der Angabe Schnürers konnten die jährlichen Zuwächse die leer bleibenden Flächen erst in 35–40 Jahren füllen. Der zur Verfügung stehende Raum im zweiten Obergeschoss des Corps de logis übertraf also bei weitem den für die Unterbringung der Sammlung notwendigen Bedarf und es stand zu befürchten, dass deshalb einzelne Bereiche anderen Zwecken gewidmet würden. Das wollte Schnürer unbedingt verhindern. Er schlug deshalb drei Maßnahmen vor, die die Gewinnung des gesamten Raumangebotes für die Fideikommissbibliothek rechtfertigen sollten: eine Ausstellung der Huldi- gungsadressen, wie sie bereits 1893/94 im Augustinergangtrakt realisiert worden war; eine weitere Ausstellung, die den reichen Bestand an vormärz- lichen Aquarellen und verschiedene weitere Objekte der Öffentlichkeit prä- sentieren sollte; und die Übernahme der sog. Bibliotheca Estensis durch die Fideikommissbibliothek. Diese letztere war Teil der Sammlungen des Thronfolgers, stand aber, wie Schnürer betonte, „in keinem, weder inneren noch äußeren Connex“ mit den Kunstsammlungen. Da überdies auch kein eigenes Personal für diese Bibliothek in Verwendung stand, glaubte Schnü- rer, dass es den Intentionen Franz Ferdinands entsprechen würde, wenn sie „mit vollster Aufrechterhaltung ihrer Selbstständigkeit, mit Vorbehalt ihrer 642 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, S.R., Kt. 17,2, Z. 1540 ex. 1907. 643 FKBA37205, fol. 5–8 (Konzept), und Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, S.R., Kt. 17,2, Z. 1950 ex. 1907. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Title
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Subtitle
Metamorphosen einer Sammlung
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1073
Categories
Geschichte Chroniken
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