Page - 611 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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BIBLIOTHEK UND ÖFFENTLICHKEIT 611
sammenstellung von Büchern und Aufsätzen, in denen entweder über die
Fideikommissbibliothek berichtet wird oder Informationen zu bzw. Repro-
duktionen von Werken oder Beständen enthalten sind. Darunter fallen bei-
spielsweise auch alle Kataloge von Ausstellungen, an denen die Sammlung
mit Leihgaben beteiligt war. Das Verzeichnis bildete zweifellos die Grund-
lage für Angaben, die später publiziert wurden: Literaturverzeichnisse zur
Sammlung selbst662 und eine Art „Kanon“ der wichtigsten Ausstellungen und
„Porträtwerke“, für die die Fideikommissbibliothek grundlegendes Material
zur Verfügung gestellt hat.663 Offensichtlich erkannte man, dass derartige
Unternehmungen Prestigewert für die Sammlung hatten.
Wohl gleichzeitig, also 1891, erarbeitete Karpf ein Konzept zu den „Mo-
dalitäten für die Benützung der Kunstblätter“.664 Die Formulierung ist in
diesem Manuskript so gehalten, dass sie als Vordruck für Antwortschreiben
bei potentiellen Anfragen verwendet werden konnte, und enthält Angaben
zu Auskünften, Porträtbestimmungen (vgl. Abschnitt 2.3.2), zu den Bedin-
gungen für fotografische Reproduktionen nach Vorlagen aus der Fideikom-
missbibliothek (vgl. Abschnitt 2.2.2), zu Anfragen und Recherchen in der
Sammlung sowie zu den Bedingungen der Entlehnung grafischer Blätter, die
nur ausnahmsweise gestattet wurde (vgl. Abschnitt 2.2.1). Laut einer Blei-
stiftnotiz am Ende des Konzeptes wurde es „nach einem mündlichen Vortrag
vom H. Hofrath [Zhishman] genehmigt“.665 Ob daraus wirklich Vordrucke für
Informationsblätter und Antwortschreiben hergestellt wurden, ist unklar; er-
halten haben sich jedenfalls keine. Die meisten der von Karpf hier niederge-
legten Bestimmungen wurden aber in der Praxis mehr oder weniger befolgt.
Nachdem sämtliche im Zuge der Übersiedlung notwendigen Arbeiten zur
Aufstellung, Revision und (teilweisen) Umsignierung der Bestände abge-
schlossen waren, wurde im April 1893 eine seit längerem geplante, öffentlich
zugängliche Ausstellung in den neuen Räumlichkeiten der Fideikommiss-
bibliothek im Augustinergangtrakt eröffnet; das war offensichtlich eine Re-
aktion darauf, dass die Sammlung bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten
für Ausstellungszwecke von anderen Institutionen genutzt worden war (vgl.
Abschnitt 2.1). Über die Möglichkeiten der Besichtigung wurden Inserate ge-
schaltet, über die Ausstellungseröffnung selbst wurde in den Tagen danach
ausführlich in Zeitungen und Zeitschriften berichtet. Im April und Mai 1893
wurden außerdem Angaben für die Einträge zur Fideikommissbibliothek an
662 Bohatta, Fideicommiss-Bibliothek, 73f.; Beetz, Porträtsammlung (1926), 73f.
663 „Die k. u. k. Familien-Fideicommis-Bibliothek […] Beschrieben von Dr. Alois Karpf […]
Wien 1893“ (BAG, Autographen/A/30), pag. 29–31; Jureczek, Porträtsammlung, 459–460.
664 FKBA33054.
665 FKBA33054, fol. 3r.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Title
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Subtitle
- Metamorphosen einer Sammlung
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1073
- Categories
- Geschichte Chroniken