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BIBLIOTHEK UND ÖFFENTLICHKEIT 641
„In den neuen Räumen wird die ehemalige Ah. Privatbibliothek sammt allen
Widmungsschriften und Huldigungs-Adressen in einer des Allerhöchsten Be-
sitzers würdigen Weise aufgestellt, so zwar, dass die Adressen in Schaukästen
gruppiert werden und die einzelnen Prachtbände dem Beschauer mehr in die
Augen fallen. Diese Huldigungen für den Monarchen, zum größten Theile Mus-
terwerke des vaterländischen Kunstfleißes dienen nach des ergebenst Unter-
zeichneten Ansicht ganz besonders zur Anregung und Hebung des dynastischen
Gefühles, welches zu fördern der ergebenst Unterzeichnete für seine patrioti-
sche Pflicht hält. Aus diesem Grunde sollen auch die betreffenden Säle mit den
Schaukästen dem Publicum wöchentlich einmal zugänglich gemacht werden.“787
Die Realisierung der Ausstellung konnte jedoch naturgemäß erst nach der
tatsächlichen Übersiedlung der Fideikommissbibliothek in den Augustiner-
gangtrakt in den Jahren 1890/91 (vgl. Abschnitt 1.5.1) in Angriff genommen
werden. Die Vorbereitungen dazu sind ab Juli des Jahres 1892 in den Ak-
ten fassbar. Zunächst wurden anscheinend Daten zu den für die Ausstellung
geeigneten Huldigungsadressen gesammelt.788 Darauf aufbauend erstellte
Skriptor Johann Jureczek Ende Juli und Anfang August ein Verzeichnis
von rund 350 Adressen sowie Vorlagen für die Objektbeschriftungen.789 Der
Druck von entsprechenden „Aufschrifttafeln“ (Objektbeschriftungen) wurde
beim Verlag Holzhausen in Auftrag gegeben, welcher bereits Ende Juli elf
Muster dafür lieferte.790 Jureczek übersandte sie an den im Urlaub befindli-
chen Direktor Zhishman und kommentierte ihre Funktion und Wirkung im
beigeschlossenen Bericht. Demnach sollten die Kärtchen in die Adressen ein-
gelegt werden und mit dem bedruckten Bereich aus diesen herausragen. Die
Körperschaft, die die Huldigungsadresse an den Kaiser oder andere Mitglie-
der der Dynastie überreicht hatte, war mit größerer, der Anlass mit kleiner
Schrift aufgedruckt.791 Der Auftrag zur Drucklegung wurde von Zhishman
auf die Zeit nach seiner Rückkehr verlegt, die aufgrund eines Fußleidens erst
Anfang September erfolgte. Kurz davor, am 2. dieses Monats, berichtete ihm
der ebenfalls aus dem Urlaub zurückgekehrte Kustos Alois Karpf, dass die
Vorbereitungen für die Ausstellung bereits sehr weit gediehen wären und die
Wirkung der aufgelegten Huldigungsadressen „überraschend und imposant“
wäre. Neben diesen wollte man möglicherweise noch andere Objekte aus den
787 FKBA31077, fol. 13v.
788 FKBA33131, fol. 1r: Bericht Karpfs vom 15.07.1892 an Zhishman, worin er von „Notizen für
die Widmungsadressen“ spricht.
789 FKBA33133, fol. 3r, FKBA33134, fol. 1v u. FKBA33136, fol. 1v.
790 FKBA33132, fol. 1v u. 3r, FKBA33133, fol. 2r.
791 FKBA33133, fol. 2r–3r.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Title
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Subtitle
- Metamorphosen einer Sammlung
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1073
- Categories
- Geschichte Chroniken